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BLÜTHNER
in
Leipzig

1876

Das Aliquot-Piano.

"(Die neueste Erfindung auf dem Gebiete des Pianofortebaues) von Julius Blüthner nennt sich „Aliquot-Piano", weil ein gewisser (aliquoter) Theil des bisherigen Saitenchores, als separate Saite aufgezogen, nach dem Gesek mitschwingender Körper zur Verstärkung der harmonischen Obertöne benutzt wird. Bekanntermaßen ist das Mischungsverhältniß von Grundklang mit den harmonischen Obertönen das Hauptbedingniß für die Tonfülle, wie für eine edle sympathische Klangfarbe.

Dieses System wurde nach den uns im Original vorliegenden Documenten tentirt vorläufig auf fünf Jahre für Sachsen am 11. Februar c., für Württemberg am 26. Februar c., für Bayern am 10. April c. Angenommen zu definitiver Patentirung in nächster Zeit haben diese neue Construction England, Amerika, Norwegen, Schweden, Dänemark, Braunschweig, Desterreich, Rußland.

Zur Ausstellung nach Philadelphia gingen von Blüthner's sechs Ausstellungsinstrumenten ein großer Concertflügel und ein Stukflügel nach dieser Construction. Eine genauere Beschreibung dieses Aliquot-Piano's, die schon jekt in den Salons durch ihren ungemein modulationsfähigen, ge sangreichen, dabei starken und andauernden Lon Aufsehen erregen, kann erst nach erlangter Zustellung aller nachgesuchten Patente, welche nächstens erwartet wird, nachfolgen.

(Commis-Voyageur und Künstler.) Ein in der großen Friedrichsstraße zu Berlin wohnhafter Kaufmann engagirte vor Kurzem einen Stadtreisenden zum provisionsweisen Verkauf seiner Artikel.

Der junge Mann erwies sich als ganz besonders tüchtig und machte so gute Geschäfte, daß der Chef sich veranlaßt sah, ihm den Vorschlag einer festen Anstellung zu machen. Der Commis-Voyageur lehnte aber die sehr schmeichelhafte Offerte, wegen noch zu erfüllender anderweitiger Verpflichtungen, ab. Worin die Letzteren bestanden, konnte der Kaufmann von seinem Stadtreisenden nicht erfahren, bis ihn eines Sonntag Abends der Zufall dahinter brachte.

Um genannte Zeit besuchte er mit einigen Bekannten ein kleines Vaudevilletheater; dort producirte sich in einem Lustspiel sein Stadtreisender als erster Liebhaber, natür lich unter anderem Namen.

Der Schauspieler-Commis spielte auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zur Zufriedenheit seines, von jener neuen Leistung überraschten Chefs, der ihn auch ferner als seinen Vertreter bei Tage behalten wird, bis der speculative junge Mann sich definitiv für die eine oder andere Carriere entscheidet." Pfälzischer Kurier, 9° Jrg., N° 62, 1876, p. 248

Das Aliquot-Piano.

"Von manchen Verbesserungen oder Neuerungen im Pianofortebau hat man in jüngster Zeit zu berichten gewußt, von denen einige heute kaum mehr genannt werden, trotzdem sie in der musikalischen Welt mit dem dort üblichen großen Eifer besprochen und empfohlen, aber auch ebenso verworfen wurden. So hat eine neue, dann eine verschiebbare Claviatur, das Blüthner'sche Aliquot-Piano, das Prolongement ec., kurz eine Reihe von Erfindungen oder Verbesserungen älterer Erfindungen das Interesse in Anspruch genominen.

Muß wohl der Zukunft das allein richtige Urtheil über alle diese Neuerungen überlassen bleiben, so haben doch diejenigen derselben, welche fort und fort und in immer weiteren Kreisen Anerkennung finden, die meiste Anwartschaft aus ein günstiges Urtheil auch in späteren Tagen. Seitdem das in Bayern, Württemberg, Sachsen, Desterreich-Ungarn, Dänemark, Schweden, England und den Verein. Staaten patentirte Blüthner'sche Aliquot Piano, welches den theoretisch (besonders durch Prof. Helmholz) nachgewiesenen bedeutenden Einfluß des stärkeren Hervortretens harmonischer Obertöne in dem Mischungsverhältniß mit dem Grundton für die Tonfülle, Tonschönheit des Gesammtklanges praktisch verwerthet, erschien, hat sich eine äußerst günstige Meinung von desse en unläugbaren Vorzügen gewissermaßen fest begründet.

Auf der Philadelphiaer Welt-Ausstellung befinden sich u unter sechs ausgestellten Instrumenten Blüthners zwei Aliquot-Flügel, bezüglichderen Udo Brachvogel als Specialreferent für die Weltausstellung in Nr. 221 der "Köln. Ztg." schreibt :

Auf dem Gebiete des Pianofortebaues scheint Deutsch land in Philadelphia ein Triumph bevorzustehen. Er wird im Zeichen Blüthners von Leipzig errungen werden. Auch in der  "Illustr. Ztg." wird dies erwähnt und speciell von den ausgestellten Aliquot-Flügeln bemerkt : „diese Instrumente haben einen vorzüglichen Ton und finden selbst von Seiten der amerikanischen Pianofortefabrikanten eingehendste Beachtung.

Hervorragende Sachverständige als Berichterstatter vieler Zeitungen, als "Unions-Stern" (Müller von der Werra), "Allgem. deutsche Musik-Zeitung", "Leipziger Tageblatt", "Neue deutsche Musik-Zeitung Zeitschrift für Musik "The Music Trade-Review", "Deutsche Musiker-Zeitung", "L'Artiste", "Deutsche Allg. Ztg.", "Augsburger Abendztg.", "Leipziger Nachrichten", "Musikalisches Wochenblatt", "Philadelphia Volksbote" a. a. m., heben in ihren en anerkennenden Referaten über das neue System dessen übersichtliche Einfachheit und sinnreiche Anordnung, besonders aber die erhöhte Stimme haltung der mitschwingenden Saiten den angeschlagenen gegenüber hervor.

Dieser letztere Vorzug der Instru mente, deren zwei in der Heckel schen Musikalienhandlung in Mannheim zur Besichtigung ausgestellt sind, ist ausschlaggebend für die Prosperität des in Rede stehenden Systems.

Interessant dürften bei dieser Gelegenheit einige Angaben über Umfang und Bedeutung der rühmlichst bekannten Blüthner schen Pianofortefabrik sein, deren Thätigkeit in industrieller wie in künstlerischer Beziehung Deutschland zur Ehre gereicht.

Julius Blüthner begann 1853 sein Werk mit 3 Arbeitern und im Februar 1854 war der erste Flügel fertig, im März der zweite und so fort. Ende 1854 waren 6, dann 10, 1856 16 Arbeiter beschäftigt, 1862 wurde das 500ste Instrument gebaut. Im Jahr 1870 beschäftigte die erweiterte Fabrik 300 Arbeiter, heute

sind es deren 450 und es wurden im lekten Jahre allein 800 Flügel und 1200 Pianinos gebaut.

Diesen für den Ausschwung eines Etablissements am deutlichsten sprechenden Angaben fügen wir über die Blüthner'schen Verbesserungen im Pianofortebau hinzu: 1856 ersand Blüthner eine Repetitionsmechanik, 1863 stellte er den Leipziger Kunst-Notabilitäten ein neues Instrument vor, welches übersaitig gebaut, eigenartig und sehr vortheilhaft berippt war, einen separaten Boden für die Bassaite aufwies und vielen Beifall fand.

In neuester Zeit nunmehr ist er mit der auf bekannten akustischen Erscheinungen basirten Erfindung des Miquot-Piano hervorgetreten, das wir schon besprochen haben." Pfälzischer Kurier, 9° Jrg., N° 115, 1876, p. 460

1877

PRIZE MEDAL AT THE CENTENNIAL EXHIBITION, PHILADELPHIA, 1876.

THE ALIQUOT PIANO OF JULIUS BLÜTHNER,
ROYAL COURT PIANOFORTE FACTORY OF SAXONY, AT LEIPSIC. - SOLE AGENT FOR THE UNITED KINGDOM AND THE COLONIES, W. H. HANSON, 28, BAKER STREET, PORTMAN SQUARE, LONDON.

MUSIKALISCHES WOCHENBLATT.

Fig. 2



"AMONG the latest novelties in the department of Pianoforte construction which, by efficiency and possibility of development, might prove capable of permanent establishment, is the famous Aliquot Piano of Julius Blüthner at Leipsic.

The term Aliquot Piano was chosen because its construction was suggested through the observation and treatment of aliquot tones.

The sound made by strings consists, as we know, of a succession of fractional tones (otherwise partial or aliquot tones), namely, of the principal tone and its harmonious overtones. According to the depth of tone in the principal tone of the piano we form our judgment of the collective sound.

The relationship of the stronger manifestations of the ground tone with its overtones (as also of these with each other) affords a standard by which we may judge of the beauty of sound which will result. In this particular, important and extensive theoretic results have been obtained during the last few decades, and it is these results which the great instrument makers are now applying to practical use.

Equality of tone was only possible by the peculiar construction of the Aliquot Piano, whose especial beauty of tone owes its chief attraction to this rare equality. From the lowest bass to the highest treble we hear the same volume of tone, the transition from one register to the other being barely discernible; and to this we may ascribe some portion of the success which the Aliquot Piano has met with in so short a time.

If, without entering into particulars, we consider the position of the strings, we find the overstrung bass-string deviating from the prevailing cross-string method of construction in a free position, the smooth strings in a very slight cross to the treble-strings, the bridge of the sounding-board in a threefold division of a peculiar arrangement.

The material of the strings, their size, and the arrangement of the action, are the result of experiments and trials made with particular reference to the theories on these points stated by Professor Helmholtz.

In opposition to the bass, which when not rightly arranged often allows upper vibrations to be too prominent, the middle register is brought into close relationship with the highest notes; and in order to strengthen the first overtone, Blüthner uses strings which may be called co-vibrating strings. The splendid effect of co-vibrating strings has frequently been attempted by pianoforte makers, but hitherto without success. Their experiments have enjoyed little publicity, the disadvantages thus brought to light (greatly exceeding the advantages) having excluded them from use.

The drawing (Fig. 1) represents the arrangement of the co-vibrating strings of the Aliquot Piano.

We see in A, 1, 2, 3 (Fig. 2), the hammer-strings fastened upon the tuning-pins in the usual way, in the stud (or agraffe), B2; in the bridge-pins on the soundingboard bridge, C; and in the connecting pins on the iron frame, D 1.

The contrivance for the co-vibrating strings-not movable by one stroke upon the hammerstrings-conducts the same over the hammerstrings. At A 4 we find one, relatively two tuning-pins. B 2 is the limiting-stud, which corresponds with a second stud on a bridge of its own; at D 2 are the connecting-pins.

As these new strings have their special regulations, no alterations whatever of existing precautions are demanded. Their internal arrangements are upon the approved method. The S bridge, newly applied for the overtone strings, is situate in the highest treble position, where the co-vibrating strings are in unison with the principal tone. (This is also shown by the second diagram.) They join the sounding-board bridge, which inclines towards the centre (see first diagram).

To this bridge may be ascribed much of the full lusciousness of the tone. If Professor Dr. Paul, in his stirring work ('History of the Piano,' A. H. Payne, Leipsic) lays particular stress upon the application and qualifications of the sounding board for the perfecting of the tone (hereby agreeing with Pellisov, who finds that the best construction of a sounding board is that which prevents transverse vibrations), then we may surely ascribe such an effect to the new S bridge in the Aliquot Piano, which would produce it by its pressure from above on the sounding board. As already indicated, the covibrating strings of the highest treble are measured in unison with the hammerstrings.

By this strengthening of the principal tone, the shrill tone of the ordinary high treble is avoided, and instead we have an agreeable, even soft, fulness. Thus, as indeed throughout, the co-vibrating strings prove their importance to the tone, while they to a certain extent prevent unpleasant overtones.

Accuracy of tune is not interfered with by the co-vibrating strings, which only come into play at pure intervals.

The diagram of the damper shows us that in this also (after so many experiments have failed) a success has been attained. Principal and overtone strings being damped simultaneously, a complete stoppage of all sound by this improved action of the damper is evident. The lower dampers damp those belonging to the hammers, the side felt-wedge damps the co-vibrating strings. In the diagram the five indicated points show the position of the damper with regard to the strings.

For the performer, no new study whatever is required for the management of the instrument. The sustaining power of the tone is very sensibly increased; it is stronger, and the pedal answers far more quickly than usual.

These improvements suggest a multitude of as yet untried effects. Artists and amateurs will benefit equally by the use of the Aliquot Piano in concert-halls and drawingrooms. Lovers of melodious instrumental music will greet this new invention with eagerness, as being the means by which their taste will be gratified. The tone possessing also a decided likeness to that of stringed instruments, the Aliquot Piano would be an excellent substitute for orchestral accompaniments. OSCAR LAPPERT." Music Trades Review, 15/08/1878, p. 10

1880

"Fabryka fortepianów Blüthnera w Lipsku, uważana dziś za najznakomitszą w Świecie, wykończyła 15.000 fortepianów. Cyfra ta tembardziej jest zdumiewającą, że fabryka istnieje zaledwie od lat 26 i pierwiastkowo składała się tylko z trzech ludzi."

-- [google-translation] --

"The Blüthner piano factory in Leipzig, considered today the most prestigious in the world, produced 15,000 pianos. This figure is all the more astonishing considering the factory has been in existence for only 26 years and originally consisted of just three people." Dziennik dla Wszystkich : czasopismo illustrowane. R.3, nr. 11, 01/04/1880, p. 102 (archive.org)

1884

"ACCORDING to the London and Provincial Music Trades Review, Mr. Julius Blüthner, the Leipsic piano manufacturer, has taken his son into partnership, and the "latter proposes to develop an American trade in moderatepriced European instruments."

That is a good proposition, although the remark is rather equivocal. Is it the Blüthner piano? If so, is that the "moderate-priced European" piano? Apropos, why does Mr. Blüthner advertise that "the demand for them (his pianos) extends to every civilized country in the world," when his son now only proposes to develop an American trade?

He is welcome to develop all the trade here he can get, and if his pianos differ from the other European instruments, most of which have failed here, we see no reason why he should not make an effort, at least, to give them a trial in this country." Musical Courier: Review of the World's Music, Volume 8, 02/04/1884, p. 216

1889

Die Königlich sachsiche Hof-Pianofortefabrik von Julius Blüthner in Leipzig.
Musikalisches Wochenblatt, 29/03/1878, p. 177

Die königlich sächsische Hof-Pianoforte-Fabrik von Julius Blüthner in Leipzig. (Wir bemerken im Voraus, dass der nachstehende, dem hier grössten derartigen Etablissement geltende Artikel nicht der Feder entstammt, welcher wir dessen Vorgänger verdanken. D. Red.)

Das Jubiläum einer Pianoforte-Fabrik.

- Von Robert Musiol. -

"Am siebenten November 1853 wurde eine Pianofortefabrik in Leipzig mit 3 Arbeitern eröffnet, welche heut zu den gesuchtesten und geschätztesten nicht blos im Lande Sachsen, nicht blos in Deutsch land, nicht blos in Europa, sondern auf dem ganzen Erdkreis zählt.

Sie hat also zum siebenten November dieses Jahres einen Zeitraum von fünfundzwanzig Jahren, ein Viertel-Jahrhundert, hinter sich; in der Weltenzeit eine Spanne, für uns Men schen ein halbes Menschenalter, in dem Wohl und Weh, Leid und Lust, Hangen und Bangen so oft wechseln können, als die Sonne auf- und untergeht.

Wenn sich nun ein Unternehmen so lange gehalten, wenn es sich sogar nicht blos gehalten, sondern zu einer Höhe hinauf geschwungen hat, die von Manchem nie erreicht werden kann und wird, und um die es von Manchem beneidet wird, so mag dem Manne, der dies Alles aus eigener Kraft, durch eigene Intelligenz von unten auf vollbrachte, aus allen musikalischen Kreisen aufrichtigst gratulirt, zu solchem ehrenvollen Tage das Beste gewünscht werden.

Und der Mann, der mit grösstem und berechtigstem Stolze dies Alles veranlasste, der mit 3 Arbeitern sein Etablissement anfing und heut an 500 Arbeiter beschäftigt, ist kein anderer, als Ferd. Julius Blüthner, dessen Instrumente in allen Erdtheilen seinen Rubm verkünden.

F. J. Blüthner wurde am 11. März 1824 in Falkenhain, Regierungsbezirk Merseburg geb.; sein Vater starb ibm nach kaum beendeter Schulzeit und musste der Knabe das Tischlerhandwerk lernen.

Doch bald stellte sich die ausgesprochendste Neigung zum Pianofortebau bei ihm ein und er wurde Lehrling in der Pianofortefabrik von Hölling in Zeitz, wo er mit grösstem Eifer und dem regsten Interesse seinem Berufe oblag.

Nach bestandener Lehrzeit absolvirte er als Freiwilliger seine Militärpflicht, und als er dieser genügt hatte, musste er in der unternehmungsungünstigen Zeit 1848–49 sein Heil im Stimmen und Repariren von Pianoforte's suchen, erwarb sich aber hald darin einen geschätzten Namen und vollauf Beschäftigung, wodurch sich ihm die beste Gelegenheit darbot, die Instrumente verschiedener Konstruktion näher kennen zu lernen.

Und so sammelte er sich die nützlichsten und werthvollsten Erfahrungen für sein Handwerk, bis er nach einigen Engagements in Pianoforte-Fabriken am 7. November 1853 die eigene Werkstatt eröffnete.

Im Februar 1854 hatte er das erste Instrument fertig, im März das zweite, und da die Instrumente durch die Fülle, den Adel and Ge sang des Tones bald die Aufmerksamkeit der Künstler und Kunstfreunde auf sich lenkten, steigerte sich mit der Nachfrage seines Fabrikats sowohl die Arbeiterzahl, so dass er Ende 1854 schon 6 und 1855 zehn Arbeiter beschäftigte, wie die Lokalitäten des anfangs recht bescheidenen Etablissements.

Die Fabrik, von Grund aus eigens für ihre Zwecke aufgeführt, mit entsprechendem Komfort, Maschineneinrichtung und sonstigen Anlagen der Neuzeit ausgestattet, beschäftigt zur Zeit in ihren Räumen 450 Arbeiter, wozu noch ausserhalb eine sehr beträchtliche Anzabl zu rechnen ist, welche unter eigenen Meistern die Anfertigung der Klaviaturen, den Eisenguss der Rahmen, die Holzbildhauerei, die Messing- und andere Metallarbeiten betreiben.

Die jährliche Produktion beläuft sich auf ungefähr 1200 Pianinos und 900 Flügel, welche nach allen Gegenden des Erdballes begehrt werden. Auf das Sorgfältigste und Solideste gebaut, trotzen sie sogar den ungünstigsten Witterungsverhältnissen.

Dass bei solch gediegener Thätigkeit auch ehrenvolle Erfolge nicht ausblieben, möchte wohl natürlich sein. Und sie wurden dem Chef der Fabrik auch in reichster Weise. Schon 1854 wurde Blüthner die erste Preisauszeichnung für einen Konzertflügel auf der Münchener Ausstellung zu Theil; ferner erhielt er erste Preise für vorzügliche Arbeit, Spielart und Tonschönheit 1865 in Merseburg, 1867 in Chemnitz und 1870 in Cassel.

Die Pariser Weltausstellung 1867 prämiirte ihn mit dem ersten Preise für Norddeutschland; auf der Wiener Welt-Ausstellung 1873 wurde die höchste Auszeichnung überhaupt, nämlich das Ehrendiplom, an erster Stelle erworben, welches ein anerkennendes Dankschreiben des deutschen Reichskanzlers „für die so würdige Vertretung Deutschlands“ zur Folge hatte.

Die Weltausstellung zu Philadelphia (1876) erkannte den Instrumenten die einzig verliehene Auszeichnung, die Centennial-Medaille, zu, für „vorzüglichen Ton, vorzügliche Ausführung und für Erfindung des Aliquot-Piano.“

Dieses prämiirte und 1876 von sämmtlichen Hauptstaaten der Welt patentirte System macht die Verwendung mitschwingender und -klingender, aber nicht angeschlagener Saiten zur Verstär kung der Obertöne auf Grund des namentlich von Prof. Helmholtz theoretisch nachgewiesenen Einflusses des stärkeren Hervortretens harmonischer Obertöne in dem Mischungsverhältnisse mit dem Grundton nutzbar, und hat es sich sogleich bei seinem Erscheinen durch den ungemein gesangreichen, vollen edlen Ton, der im höchsten Grade modulationsfähig, andauernd und bei ausgehaltenen Akkorden aeolsharfenartig in wunderbarem Decrescendo verhallt, die Sympathien wohl sämmtlicher Musikfreunde zu erwer ben gewusst.

Ausser diesem System sind noch eine 1856 patentirte Mechanik, die mit sämmtlichen Anforderungen an Repetition und elastischem Anschlag grösste Einfachheit verbindet, Blüthner's eigenstes Werk, ferner 1863 die sogenannten symmetrischen Flügel zu erwähnen, in welchen doppelte Resonanzboden mit schräg überliegenden Basssaiten bei einer dem Auge scbmeichelnden Verschönerung eine bedeutendere Klangfülle er zeugten, als die damals berühmtesten Pariser Erard's, wie schliesslich die Modelle und Zeichnungen seiner Instrumente überhaupt auf Grund praktischer Erfahrungen unter Berücksichtigung theoretischer Ergebnisse bis in die kleinsten Theile von Blüthner selbst angefertigt werden.

Dies rege, rastlose und ruhmreiche Streben wurde auch an höchster Stelle erkannt und belohnt, indem Blüthner 1865 zum Königl. Sächs. Hoffabrikanten ernannt wurde und 1871 den Titel eines Königl. Sächs. Kommerzienrathes erhielt. Noch haben wir eines Blattes in diesem in 25 Jahren ruhmreich und verdienstvoll erworbenen Lorbeerkranze zu erwähnen.

Es ist dies sein 1872 mit Heinrich Gretschel (Sekretär der Leipziger polytechnischen Gesellschaft) bei Fr. Voigt in Weimar herausgegebenes „Lehrbuch des Pianofortebaues in seiner Geschichte, Theorie und Technik, wodurch er den Anfang zu einer geregelten Pädagogik dieses Fabrikzweiges gemacht hat.

Hauptzweck des Buches ist, den gegenwärtigen Standpunkt des Piano fortebaues möglichst klar und richtig zu stellen, die Grundsätze und Bauarten der wesentlichsten und anerkannten Fabriken zu berücksichtigen und so namentlich jüngeren Pianofortebauern die wünschenswerthe theoretische Vorbildung und die unumgänglichsten praktischen Winke zu geben.

Dass ausserdem dieses äusserst werthvolle, aus der Theorie und Praxis des Pianofortebaues gleichsam herausgewachsene Buch auch Werth, unschätzbaren Werth für den Künstler und Pianoforteliebhaber hat, dürfte bald in die Augen fallen, noch mehr, wenn man sich den darin enthaltenen Stoff klar gemacht hat.

Das Buch enthält nämlich drei Theile:

1) Physikalische Grundlagen (Vom Schall im Allgemeinen und seinen verschiedenen Arten; von den Verschiedenheiten der Klänge; Schwingungszahlen der einzelnen Töne der Tonleiter; von der Temperatur; höchste und tiefste Klänge; absolute Schwingungszahlen der musikalisch verwendbaren Klänge; von den Schwingungen der Saiten; Schwingungen der Platten; von den Schwebungen; von der Fortpflanzung des Schalles und der Resonanz; von der Klangfarbe.);

2) Geschichte der Pianoforte (vom Ursprunge der mit Tasten versehenen Saiteninstrumente; das Klavier bis zur Erfindung der Hammermechanik; die Erfindung der Hammermechanik; die weitere Entwickelung des Pianofortebaues) und

3) Die Praxis des Pianofortebaues. Dieser letzte Theil behandelt in genauer, höchst fach- und sachgemässer Beschreibung: Die Praxis des Pianofortebaues (die Materialien, die Werkzeuge des Pianofortebaues), den Bau des Flügels (Entwurf und Zeichnung eines Flügels; der Kastenbau: der Resonanzboden; der Saitenbezug; die Mechanik; die Klaviatur), den Bau des Pianinos (Allgemeines: der Kastenbau; Resonanzboden und Saitenbezug; die Mechanik und Klaviatur) und den Bau des tafelförmigen Pianoforte's (allgemeine Einrichtung: Kastenbau; Resonanzboden, Saitenbezug, Mechanik und Klaviatur; die äussere Verkleidung des Pianoforte; das Zusammensetzen der Mechanik; das Stimmen des Pianoforte; das Fertigmachen und Egalisiren).

Den ohnehin schon grossen Werth des an Material und Belehrung fast überreichen Buches erböht noch ein „Atlas zum Lehrbuch des Pianofortebaues“ (1872, ebendas.), der auf 17 künstlerisch ausgeführten, höchst anschaulichen Foliotafelo sowohl Aufklärung über die verschiedenen akustischen Vorgänge, wie auch über alle verschiedenen Gestalten und Theile sämmtlicher Klavier-Instrumente giebt, so dass das Ganze ein schönes Zeugniss deutschen Fleisses, ein werthvolles Monument deutscher Arbeits kraft ist.

Und so kann Herr Blüthner mit Stolz, Freude und Genugthuung auf jenen Tag zurückblicken, an dem er vor 25 Jahren sich ein Heim begründete, von dem aus er als friedlichster Eroberer in alle Welt auszog; er kann das schöne Wort Schillers ohne Bedenken auf sich beziehen:
Alle Menschen werden Brüder,
Wo Dein sanfter Flügel weilt.
Möge sich ihm bei solchen Erfolgen das Silber recht bald ins lauterste Gold verwandeln!" Musikpädagogische Blatter, Zentralblatt fur das gesamte ..., 1878, p. 265-266

1889

"Geo. W. Beardsley. Agent for the famous Blüthner Pianos, No. 158 Tremont Street. - In the age of well-high universal musical education, when in every family of retinement a pianoforte is a necessity, it is a matter of general interest to secure some reliable advice as to the selection of the best instrument.

There are good pianos of numerous American makes; but when we come to eliminate, investigate, and critically compare the merits of these alongside those of the world-famous Blüthner Piano, manufactured by Herr Julius Blüthner, in Leipsic, Germany, we are constrained to admit that the latter are by far the best instruments in the world.

So remarkable for their superiority indeed, as to receive the bighest indorsation from the eminent Liszt, Reinecke, Joseffy, and hundreds of other famous artists, musicians and composers. It is twenty-six years ago since the first Blüthner piano was imported into the United States; and since that date they have become the popular favorites wher ever heard, and the sales are annually increasing in magnitude.

In 1880, Messrs. Harwood and Beardsley became sole American agents, and early developed an active demand and a thriving trade. In 1884, they were obliged to move into larger warerooms, at No. 158 Tremont Street, and where the business has since continued. The lamented decease of Mr. Harwood occurred in November, 1887, since which date Mr. George W. Beardsley has been sole proprietor. He is a leading expert authority on the pianoforte, bringing to bear vast practical experience, having been with the well-known house of Chickering & Co. for twenty years before embarking in business upon his own account.

In his fine warerooms he carries a full line of the Blüthner Uprights and Grands, all equally good and in a variety of styles. To meet diversified tastes, he also deals in S. G. Chickering, Kroeger & Sons, and other popular American makes; and, while we mention this fact as giving the widest scope in selection, we would specially refer our readers to the splendid Blüthner, with its inimitable singing quality of tone, its perfection of action, and elaborate finish.

It is indeed a revelation to American pianists and manufacturers alike, and embodies the greatest invention of the age, namely, the "Alignot System," which may be briefly described, in the words of Herr Julius Blüthner, as consisting of "a fourth string in the treble, which is suspended above the trichord, and tuned an octave above it.

The hammers do not strike these fourth strings at all; but they emit a charming "sympathetic overtone vibration," caused by the blow of the hammer upon the trichords beneath. The tone of the treble is thus mellowed and beautified, and the sustained singing quality becomes marvelously pronounced.

The most delicate shades of tone-coloring can, by means of this wonderful invention, together with the careful use of the sensitive Blüthner action, be developed to a remarkable degree. The Blüthner is the court piano of the world, and over 30,000 are now in use. It wins the first grand prize wherever exhibited, and are copied by all the first makers in the United States, yet duplicated by none.

Be sure to write to Mr. Beardsley for his interesting descriptive catalogue, and which quotes these beautiful instruments as low as $400 upwards. Since writing the above, we take pleasure in announcing that Mr. Beardsley has associated with himself Mr. Charles P. Cummings, a well-known business man in Boston; and the firm name will hereafter be known as Beardsley & Cummings, Nos. 158 Tremont and 27 Mason Streets." Illustrated Boston, the Metropolis of New England, 1889, p. 478

1891

The Blüthner Pianoforte Galleries, Blüthner & Co, in London
 Modern London: An Epitome of Results, Business Men and Commercial Interests, 1891, p. 106

"The Blüthner Pianoforte Galleries, Blüthner & Co., Principals, 7 , 9, and 11, Wigmore Street, W. It is one of the most difficult things imaginable to successfully and effectively introduce a new musical instrument to the British public.

This fact has been demonstrated time and again, and it has become particularly evident in the case of foreign pianofortes, no matter how high may be their reputation or how great their merits and claims to attention.

The success that has attended with ever-increasing volume and emphasis the advent of the Blüthner Pianofortes in England is thus all the more noteworthy and decisive by reason of the many obstacles of established opinion it has overcome.

Messrs. Blüthner & Co., proprietors of the Blüthner Pianoforte Galleries in Wigmore Street, commenced to bring these celebrated high-class instruments before the notice of the musical public of the kingdom about eight years ago, and untiring perseverance they have now won for themselves a position consistent with their eminent Continental repute, and thoroughly convinced people in this country of the justice of the high recommendation accorded to the instruments in quarters of authority abroad.

The success of the firm has, indeed, far exceeded their most sanguine expectations, and they now control what is doubtless the largest trade done in London in any one foreign pianoforte. Their premises in Wigmore Street have been recently rebuilt, and were lately extented by their energy and annexation of No. 11. The three houses now constitute one of the finest pianoforte galleries in London.

The Blüthner Pianofortes are the production of Mr. Julius Blüthner , of Leipsic ; and a large , varied, and valuable stock is held at a wide range of prices . By no less distinguished an authority than the famed Leipsic Conservatorium of Music has Mr. Julius Blüthner been pronounced" without a rival "in the art of piano-making and also the "leading pianoforte maker of the world."

This is indeed high praise, but its recipient has proved himself well worthy of it, has striven earnestly to justify its expression, and has accomplished greater things than ever under the influence of the encouragement it embodies.

The Blüthner Pianofortes represent the ideal instrument of their kindthe acme of those combined excellences required by the musical world in a piano of the first class, and day by day their worth becomes more widely known and recognised.

The firm's display in their Wigmore Street galleries is thoroughly characteristic of the instruments shownimpressive, sound, unostentatious, and speaking of intrinsic merit above and beyond all considerations of outward appearance.

In the Blüthner Pianofortes the interior of the instrument is the part studied before everything by the manufacturer, and this portion of the work, comprising the whole soul of the structure and governing its entire interpretation of the musical genius it may be called upon to expound, is brought as nearly to perfection as the art of man in an age of transition can hope to attain.

In the firm's exhibit of pianos we also notice that every case is a work of art in tasteful and graceful elegance of design, but there is an absolute lack of the gilt and tinsel of ornamentation that can never, even at its best, be more than the "guinea stamp" upon the gold.

It is the precious metal, after all, that makes the coin a valid legal tender; and it is the pianoforte itself, not the case that contains it, which constitutes the musical instrument.

It would be difficult to conceive anything more thoroughly satisfactory to the eye, the ear, or the touch of the true musician than the substantially meritorious pianofortes that have won for the name of "Blüthner" a world-wide fame.

In their general system of construction, in the many and notable improvements they embody, in their marvellous richness and purity of tone-a tone that has a charm and beauty of its own, rarely if ever equalled in any modern piano-in their strength and solidity of structure, and in the refinement that marks every feature of their utterly unconventional case-designs, these instruments are worthy of all the renown they have achieved, and creditable to the great Leipsic establishment in which they are produced-the largest pianoforte manufactory in Europe.

Dr. Oscar Paul, whose celebrated "History of the Pianoforte" is the standard work on the subject of which it treats, has said that the Blüthner Pianofortes maintain the "first position in the world"; and commendation like this, from such a source, carries with it a weight and influence that need no adding to, though it is none the less powerfully sustained and supported by the expressed opinion and personal favour of many of the most eminent musicians of the present age, among which are included men of such fame in the musical circles of England as Sir Julius Benedict, Mr. F. H. Cowen, Madame Sophie Menter, the Rev. Sir F. A. Gore-Ouseley, Bart., Mus. Doc., and by such scientists as Sir John Lubbock, Sir Morell Mackenzie, and Professor Sedley Taylor, author of "Sound and Music."

Among the many other distinguished masters and artists who have recognised the supreme worth of the Blüthner Pianofortes we cannot omit mention of such names as those of Johannes Brahms, Madame Essipoff, Mr. Eaton Faning, Herr A. Friedheim, Raphael Joseffy, the late Abbé Liszt, Vladimir de Pachmann, Joachin Raff, Camille Saint-Saëns, Paolo Tosti, Richard Wagner, and Joseph Wieniawsky.

These are but a few selections from a long list of eminent musicians and scientists who have sent the Blüthner Pianofortes forth to all the world backed by the strong support of their recommendation and approval.

In the face of such circumstances and under such auspices as these it is not surprising that the instruments in question have achieved an extraordinary success; and it is in a high degree creditable to Messrs. Blüthner that their vigorous enterprise should have contributed so largely as it has done to the establishment of their pianofortes in a position of the greatest distinction in a nation that is fast recovering from the opprobrium of being "unmusical" and taking a place of prominence among the foremost in the exposition of Apollo's glorious art." Modern London: An Epitome of Results, Business Men and Commercial Interests, 1891, p. 106-107

1894

« F. BLÜTHNER »

"Eine Entscheidung des Reichsgerichts.

Eine für das gesamte Erwerbsleben wichtige Entscheidung des Reichsgerichts wird unsere Leser interessiren. Manchen von ihnen wird schon bekannt sein, dass sich vor Jahren in Leipzig, Quaistrasse, unter der technischen Leitung des ehemaligen Pianofabrikanten F. Kloppe eine Firma unter dem Namen F. Blüthner aufthat, als deren Inhaber ein früherer Produktenhändler F. Blüthner eingetragen wurde.

Die Königl. Sächs. Hof-Pianoforte-Fabrik Julius Blüthner in Leipzig, die darin einen Missbrauch ihres Namens erblicken musste, strengte gegen die Firma gerichtliche Klage an. Das Königl. Sächs. Oberlandesgericht zu Dresden fällte in dieser Sache am 29. Septbr. 1893 eine höchst bemerkenswerte Entscheidung, gegen welche die beklagte Firma F. Blüthner Berufung einlegte.

Das Reichsgericht hat aber das Berufungsurteil durch Entscheidung vom 28. Februar d. J. dahin aufrecht erhalten, dass „der Beklagte nicht berechtigt ist, die in der unter der Firma F. Blüthner betriebenen Instrumentenfabrik hergestellten oder vertriebenen Musikinstrumente mit dem Namen „Blüthner" ohne Zusätze und Abänderungen, welche auch ohne Anwendung besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen werden können, zu bezeichnen und verurteilt wird, sich derartiger Störungen bei einer Geldstrafe von 300 Mk. für jeden Zuwiderhandlungsfall zu enthalten."

Bei der hohen Wichtigkeit, die das vom Reichsgerichte im obigen Sinne bestätigte Urteil des Oberlandesgerichts zu Dresden für unser heute so schwer erschüttertes solides Erwerbsleben hat, lassen wir nachstehend das vom Königl. Sächs. Oberlandesgerichte gefällte Urteil vom 29. Septbr. 1893, in welchem die Entscheidungsgründe von besonderem Interesse sind, im Wortlaute folgen:

Im Namen des Königs! In Sachen des PianoforteFabrikanten Kommerzienrat Ferdinand Julius Blüthner in Leipzig, Inhabers der Firma „Julius Blüthner", Klägers und Berufungsklägers, gegen den Inhaber der Firma „F. Blüthner", Friedrich Albin Blüthner in Leipzig, Beklagten Anzeigen und Berufungsbeklagten, wegen Untersagung eines angeblichen Namens- und Firmen-Missbrauchs, erkennt der vierte Civilsenat des Königl. Sächs. Oberlandesgerichts für Recht :

Das Urteil der ersten Kammer für Handelssachen des Landgerichts zu Leipzig vom 24. Februar 1892 wird dahin abgeändert :

Der Beklagte ist nicht berechtigt, die in der unter der Firma F. Blüthner betriebenen Instrumentenfabrik hergestellten oder vertriebenen Musikinstrumente mit dem Namen "Blüthner" ohne Zusätze und Abänderungen, welche auch ohne Auwendung besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen werden können, zu bezeichnen, noch durch Ueberlassung des Gebrauchs der Firma F. Blüthner an einen Dritten dazu mitzuwirken, dass derselbe die in dem unter dieser Firma bestehenden Geschäfte hergestellten oder vertriebenen Musikinstrumente in der gedachten Weise bezeichne; er wird verurteilt, sich derartiger Störungen bei einer Geldstrafe von 300 Mk. für jeden Zuwiderhandlungsfall zu enthalten und die erstinstanzlichen Kosten zu tragen.

Die Kosten der Berufungs-Instanz werden gleichfalls dem Beklagten auferlegt.

Thatbestand. Der Kläger betreibt unter der Firma ,,Julius Blüthner", als deren Inhaber er seit einer langen Reihe von Jahren im Handels-Register eingetragen ist, in Leipzig den Bau von Flügeln und Pianinos. Seit dem 26. September 1891 ist im Handels-Register des Amtsgerichts Leipzig der Beklagte als Inhaber der Firma „F. Blüthner", unter welcher in Leipzig gleichfalls eine Instrumentenfabrik betrieben wird, und als deren Prokurist Heinrich Leopold Kloppe eingetragen. Kläger hat mit dem Antrage geklagt, festzustellen, dass

Beklagter nicht berechtigt sei, bei Bezeichnung der von ihm fabrizirten oder vertriebenen Musikinstrumente den Namen,Blüthner" in der gleichen Weise, wie es bisher vom Kläger geschehen, zu gebrauchen, dem Beklagten deshalb unter Androhung angemessener Strafe für jeden Zuwiderhandlungsfall zu gebieten, dass er in der angegebenen Waarenbezeichnung den Namen „Blüthner lediglich in einer solchen Weise und mit solchen Vorsichtsmassregeln gebrauche, dass sich derselbe von dem Seitens des Klägers zur Waarenbezeichnung gebrauchten Waarenzeichen, Blüthner" für das Publikum deutlich unterscheide.

Er hat gegen das seine Klage abweisende Urteil erster Instanz Berufung ergriffen. Sein Berufungs-Antrag geht dahin, nach dem Klage-Antrage zu erkennen und den Beklagten zur Tragung der Prozesskosten zu verurteilen, während der Beklagte die Zurückweisung des Rechtsmittels fordert. Der aus dem vorigen Urteile ersichtliche Sachstand ist dem Berufungs-Gerichte vorgetragen worden.

Im Berufungs-Verfahren brachte Kläger die Ausführungen und Behauptungen seiner Schriftsätze vom 17. Mai 1892 und 6. Februar 1893 (Blt. 28, 71 fig.) vor. Die Entgegnungen des Beklagten ergeben sich aus den Schriftsätzen vom 29. Mai 1892 und 8. Februar 1893 (Blt. 33, 79 fig.). Der Kläger antwortete auf den Inhalt des Schriftsatzes des Beklagten vom 8. Februar 1893 nach Massgabe seiner Schriftsätze vom 20. März und 29. April 1893 Blt. 95 flg., während Beklagter sich hierzu nach Massgabe seines Schriftsatzes vom 3. Mai 1893 Blt. 105 und 106a erklärte und die Behauptungen unter 13-15 Blt. 100 und 101 mit Nichtwissen beantwortete. Das neuere Vorbringen des Beklagten wurde im Uebrigen vom Kläger, soweit es nicht mit dem seinigen übereinstimmt, allenthalben bestritten.

Bezüglich der beiderseitigen Beweis-Angebote wird auf die Schriftsätze vom 17. und 29. Mai 1892, 6. und 8. Februar, 29. April und 3. Mai 1893 verwiesen, mit der Berichtigung, dass Kläger die als Beweismittel bezeichneten eigenen Geschäftsbücher nicht vorlegte und zu Punkt 1 Blt. 30B die Vorlegung der Geschäftsbücher des Beklagten statt derjenigen Kloppe's verlangte. Ausserdem benannte Kläger zu Punkt 1, 3, 4 und 6 Blt. 30B fig. noch den Privatmann J. Heine als Zeugen und stellte die im Schriftsatze vom 20. März 1893 Blt. 95 fig. angekündigten ZeugenBeweisanträge. Beklagter benannte zu Punkt 11 Blt. 80 noch den Exporteur Hirschfeld in Leipzig als Zeugen.

Kläger legte folgende Urkunden vorein Zeugniss des Polizei-Amts zu Leipzig vom 28. Mai 1892 (zu Punkt 2 Blt. 30B), einen Brief d. d. Naarden, den 12. Dezember 1892 (zu Punkt 11 Blt. 72a), über dessen Echtheit sich Beklagter mit Nichtwissen erklärte, je ein Exemplar der Nummern 18 und 19 der Zeitschrift für Instrumentenbau" vom Jahre 1893 und Ausfertigung eines englischen Urteils (zu Punkt 15 Blt. 101). Die Blt. 103 fig. ersichtliche Uebersetzung dieser Urteils-Ausfertigung, sowie die beiden zuerst erwähnten Urkunden wurden dem Berufungsgerichte vorgetragen.

Vom Beklagten wurden vorgelegt :
1. zwei Zeitungs-Abschnitte mit Inseraten zur Empfeh-
lung der Firma F. Blüthner (zu Abschnitt 7 Blt. 35 B
Schlusssatz),
2. das Blt. 10B in Abschrift ersichtliche Zeugniss,
3. die Blt. 81a erwähnte Korrespondenz, nämlich

a) Postkarte vom 12. Oktober 1891 nebst Postkopie eines Briefes vom 15. dess. Mts.,
b) Brief vom 9. Oktober 1891 nebst Presskopie eines Schreibens vom 13. dess. Mts..
c) Brief vom 19. nebst Presskopie eines Schreibens vom 22. September 1891.

Der Kläger erkannte die Inserate unter 1 als solche des Beklagten sowie das Zeugnis unter 2 als echt an und erklärte sich über die Korrespondenz unter 3 mit Nichtwissen. Die Inserate und die Urkunden unter 2 und 3 sind dem Berufungs-Gerichte vorgetragen worden.

Endlich verlas der Beklagte eine mit P. J. Petersen gezeichnete Postkartė vom 15. Dezember 1891, welche Kläger auf Vorlegen als echt anerkannte, und bemerkte, dass hiernach der Kläger an Beklagten adressirte Aufträge übernehme und erledige, indem er für diese, vom Kläger bestrittene Behauptung den Verfasser der Postkarte als Zeugen vorschlug.

Gemäss dem Beweis-Beschlusse vom 17. Juni 1892 Blt. 29 sind Meinhardt, die Ehefrau des Beklagten, verw. Steffen, Volkmar, Kloppe und Heine, gemäss den Beweisbeschlüssen vom 8. Februar und 9. Juni 1893 (Blt. 74B, 119) der Kaufmann Syhre und der Pianoforte-Fabrikant Müller als Zeugen vernommen werden. Die Beweis-Ergebnisse sind aus den Protokollen Blt. 49, 50, 55, 56, 62, 63, 88 und 89, welche dem Berufungs-Gerichte vorgetragen worden sind, sowie aus denjenigen Blt. 75-78, 114-117 und 126-129 ersichtlich.

Zur Entkräftung der Aussage des Zeugen Heine brachte der Beklagte die Anführungen Blt. 106 und 107 vor (Schriftsatz vom 3. Mai 1893) von den Worten an: „Beklagter hatte dem Zeugen Koppe erklärt", für welche er den daselbst angekündigten Zeugenbeweis antrat. Kläger bestritt diese Behauptungen, indem er für den Fall, dass der Zeuge Hirschfeld über die Beweis-Einrede des Beklagten abgehört werden sollte, beantragte, den Geisteszustand des Zeugen Heine durch dessen wiederholte Vernehmung vor dem Berufungs-Gerichte oder einem beauftragten Richter oder durch eine ärztliche Untersuchung feststellen zu lassen.

Der Beklagte erklärte auf Befragen: er habe bis zur Errichtung der Instrumentenfabrik einen Produktenhandel ohne eingetragene Firma betrieben; er habe die Instrumenten-Fabrikation im Jahre 1891 gewerbepolizeilich angemeldet, aber schon im Oktober 1890 begonnen und gleichzeitig hiermit Kloppe als Werkführer angenommen; es sei richtig, dass die Instrumente der Firma F. Blüthner den Namen Blüthner an denselben trügen, wie diejenigen des Klägers.

Kläger bemerkte: sein Antrag auf Eintrag des Zeichens „Blüthner" in das Handels-Register sei durch Beschluss des Oberlandesgerichts zu Dresden derselbe wurde aus den Specialakten zu Fa. 2810 des Handels - Registers für Leipzig vorgetragen zurückgewiesen worden.

Entscheidungsgründe. Es beruht im Einverständnis der Parteien, dass die Instrumente, welche aus dem unter der Firma „F. Blüthner" in Leipzig bestehenden Fabrikgeschäfte hervorgehen, gleich den Instrumenten des Klägers, wenn auch in abweichender Schrift, mit dem Namen,, Blüthner" versehen werden.

Diese Art der Waarenbezeichnung ist im Sinne von § 13 des Markenschutzgesetzes vom 30. November 1874 unrechtmässig oder rechtmässig, je nachdem sich die, von der vorigen Instanz übergangene Behauptung des Klägers, dass der Prokurist Kloppe der wirkliche Inhaber des unter der Firma „F. Blüthner" bestehenden Geschäfts und der Beklagte als eingetragener Inhaber der Firma nur vorgeschoben sei, um dem genannten Kloppe den Gebrauch derselben zu verschaffen, bewahrheitet oder nicht.

Im letzteren Falle würde dem Beklagten der Grundsatz zur Seite stehen, dass Niemand durch die Existenz des gleichen Namens oder der gleichen Firma gehindert ist, seinen Namen bez. die ihm zukommende Firma, sei es auch nur in abgekürzter Gestalt, zur Kennzeichnung seiner Waaren zu gebrauchen. Erstenfalls hingegen wäre die im Geschäfte der Firma F. Blüthner geübte Waarenbezeichnung widerrechtlich. Denn da es, wie sich aus Art. 16 und 23 des H.-G-Bs. ergiebt, man vergleiche:

Entscheidungen des Reichsgerichts Bd. 3 S. 120, Bd. 9 S. 1, Bd. 25 S. 2 ff., Entscheidungen des Reichs-Oberhandels. gerichts Bd. 6 S. 246 unzulässig ist, dass Jemand, welcher selbst keine Handelsgeschäfte betreibt, seinen Namen als Firma zu dem Zwecke eintragen lässt, damit davon für das Handelsgeschäft eines Anderen Gebrauch gemacht werden könne, so würde Kloppe als Geschäftsinhaber nicht befugt sein, den Namen des Beklagten als Firma zu führen.

Der Umstand, dass nur der Familienname des Klägers ohne den zu seiner Firma gehörigen Vornamen verwendet wird, kann solchenfalls an der Widerrechtlichkeit des gerügten Verfahrens ebensowenig etwas ändern, wie der vom Beklagten behauptete Unterschied in den Schriftzügen. Man vergl. :

§ 18 des Markenschutz-Gesetzes und Jur. Wochenschr., Jahrg. 1886, S. 91, No. 14.

Die Frage, welche von der ersten Instanz erörtert wird, ob für den Kläger das Wort, Blüthner" als Waarenzeichen gesetzlich geschützt sei, ist auf die Entscheidung der Sache ohne Einfluss.

Denn dass der Kläger ein Recht habe, das Wort, Blüthner" als Marke zu gebrauchen, ist zur Begründung der Klage nicht erforderlich, weil das Wort nach § 13 des Markenschutzgesetzes schon als Name und Hauptbestandteil der Firma des Klägers gegen einen Missbrauch der behaupteten Art geschützt ist; und andererseits wäre die Thatsache, dass dem Kläger das behauptete Markenrecht zusteht, nicht geeignet, die Klage für den Fall, dass wirklich der Beklagte Inhaber des unter der Firma F. Blüthner betriebenen Geschäfts wäre, zu stützen, da alsdann dem Beklagten der Rechtssatz des § 10 Abs. 1 des angezogenen Gesetzes zur Seite stehen würde.

Indessen muss der ersten Instanz, wenn nicht auch aus den unter No. 1, so doch mindestens aus den unter No. 2 dem vorigen Urteile beigefügten Gründen darin beigestimmt werden, dass das Wort Blüthner als Waarenzeichen für den Kläger nicht geschützt ist.

Die Behauptung nun, von deren Wahrheit das Recht des Klägers, gegen den Urheber der fraglichen Waarenbezeichnungen zu klagen, nach Obigem abhängt, muss nach dem Dafürhalten des Berufungs Gerichts für erwiesen angesehen werden.

Der Beklagte war in den 80er Jahren Schlosser; er ging als solcher auf Arbeit, war zugleich 5 Jahre lang Hausmann und übernahm dann gegen Ende der 80er Jahre ein Produktengeschäft, welches er bis zur Errichtung des Geschäfts F. Blüthner betrieb. Man vergl. Blt. 34B unter 2 und Blt. 35 unter 3, verw. Steffen Blt. 55B, 56a, verehel. Blüthner Blt. 50B, Kloppe Blt. 76a und das Zeugnis des Polizeiamts zu Leipzig.

Er bestreitet nicht, dass er früher nie in der Klavierbranche gearbeitet hat. Blt. 30B unter 2 jct. Blt. 34B unter 2. Personen in derartiger Lage pflegen sich die Fähigkeit, als Prinzipal einer Instrumentenfabrik vorzustehen, nicht zuzutrauen, und Beklagter konnte dies um so weniger, als er bereits zu der Zeit, wo er mit Kloppe wegen Begründung der Firma in Verbindung trat, körperlich leidend war. Aussage Kloppe's Blt. 77a jct. Blt. 78B.

Mit der Annahme des Klägers stimmt es ferner überein, dass Kloppe nach seiner Darstellung den Beklagten im Hinblick auf die Vorteile des Namens Blüthner ausfindig gemacht hat. Kloppe suchte zufolge seiner Aussage Blt. 76a gegen Ende des Jahres 1890 unter einem Vorwande den Beklagten in dessen Produktengeschäft auf, lenkte ihn durch die Frage, ob er mit dem Kläger verwandt sei, auf die vorhandene Namensübereinstimmung, hin und bemerkte, dass er, Kloppe, früher auch schon und nicht ohne Erfolg fabrizirt habe.

Er lässt weiter verlauten, dass er den Beklagten später noch ein zweites Mal aufgesucht habe, ohne sich freilich darüber zu äussern, was bei dieser Gelegenheit zwischen ihm und dem Beklagten gesprochen worden sei. Es ist hiernach unbedenklich anzunehmen, dass nicht Kloppe vom Beklagten, sondern umgekehrt, dieser von jenem für den Gedanken, ein Instrumenten Geschäft unter dem Namen des Beklagten zu gründen, genommen worden ist.

Auch die Stellung, in welcher der Beklagte seiner Thätigkeit nach zum Geschäfte steht, ist keine derartige, wie sie ein Geschäftseigner, namentlich von so einfachen Verhältnissen, wie der Beklagte, gewöhnlich einnimmt.

Anfangs nur nach Art eines Fabrikarbeiters beschäftigt, erscheint er seit dem Herbst 1891, bis wohin er von Mitte Mai 1891 ab krankheitshalber dem Geschäft ferngeblieben war, in diesem unregelmässig tagelang garnicht und, wenn es geschieht, erst gegen Abend. Kloppe Blt. 77a/B.

Der Zeuge Kloppe behauptet, dass der Beklagte, wenn er im Geschäft erscheine, „disponire" und die „Eingänge erledige" (Blt. 77 B), allein es ist in Anbetracht der Vergangenheit des Beklagten nicht abzusehen, wie er zu einer solchen Thätigkeit, welcher er sich nach Aussage desselben Zeugen auch erst zugewandt haben soll, nachdem sich die Fabrikarbeit als für ihn unzuträglich erwiesen hatte (Blt. 77 a a. E.), die erforderliche Befähigung besitzen sollte.

Der Zeuge Syhre, welcher mit der Firma F. Blüthner in Geschäftsverkehr gestanden hat, kennt den Beklagten nicht (Blt. 114B) und hat erkannt, dass Kloppe die „Seele des Geschäftes" sei. Das Produktengeschäft, seine frühere Erwerbsquelle, hat der Beklagte, wenn überhaupt, doch nur in der Weise aufgegeben, dass er es auf seine Ehefrau übertragen hat, welche es weiter betreibt. Blt. 35 a, verehel. Blüthner Blt. 50 B." Neue Berliner Musikzeitung, Volume 48, 22/03/1894, p. 141-143

"Das Reichsgericht hat eine Entscheidung getroffen, die sich gegen einen auf dem Gebiete des Instrumentenbau's betriebenen Schwindel richtet. Wie früher Bechstein, so hat jetzt auch die berühmte Pianofortefabrik Blüthner unter der unsauberen Nachahmung ihrer Firmen durch Leute zu leiden, die wohl denselben Namen tragen, aber mit dem betreffenden Industriezweige nicht im mindesten vertraut sind.

Die Firma des Kommerzienraths Jul. Blüthner in Leipzig zeichnet bekanntlich ihre weltberühmten Instrumente einfach mit dem Namen „Blüthner". Ein ehemaliger Pianofortebauer F. Kloppe engagirte sich einen ehemaligen Produktenhändler F. Blüthner, und liess dessen Namen als den des Inhabers der Pianofortefirma F. Blüthner eintragen.

In dieser Handlungsweise erblickte die echte Firma Blüthner einen Missbrauch ihres Namens und klagte gegen den Pseudo-Blüthner, dem nunmehr durch Reichsgerichtsbeschluss unter Androhung einer Strafe von 300 Mk. für jeden Uebertretungsfall der Gebrauch des einfachen Namens „Blüthner" ohne Zusätze und Abänderungen, welche auch ohne Anwendung besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen werden können, untersagt worden ist." Der Klavierlehrer: musikpädagogische Zeitschrift für alle Gebiete ..., Volume 17, 01/04/1894, p. 101

1901

"Der Blüthner’sche Gesangverein in Leipzig, welcher sich aus dem Personal der Hof-Pianofortefabrik von Julius Blüthner zusammensetzt und zu den tüchtigsten Männer-Gesangvereinen Leipzigs zählt, feierte am 31. Oktober dieses Jahres in der großen Alberthalle des Krystallpalastes das Fest seines 30jährigen Bestehens.


Beim Submissionsausschreiben der Stadt Mainz für einen städtischen Symphonie-Flügel, wurde dem Pianofabrikanten Herrn Wilhelm Müller in Mainz als Generalvertreter für Rheinhessen der Hofpianofortefabrik von Julius Blüthner in Leipzig die Lieferung übertragen." Zeitschrift für Instrumentenbau, Bd.: 22, 01/11/1901, p. 103 (daten.digitale-sammlungen.de)

1910

Julius BLÜTHNER
(1824-1910)

OBITUARY

"Death of Mr. Bluthner. - JULIUS BLÜTHNER, who died at Leipzig on April 13th aged eighty-six, was born in 1824 at Falkenhain near Merseburg. The son of a cabinet maker, he worked in his father's workshops, showing much mechanical skill. In 1853, after considerable travel ling, he commenced business on his own account as a pianoforte manufacturer in Leipzig, confining his attention to grands, bis staff numbering three.

His instruments were a success from the first and the number of bands was very soon increased. In 1858 he purchased the factory and started manufacturing uprights, then building a new factory in which a hundred workmen were soon employed. First prizes were accorded him whenever he exhibited and the King of Saxony took a great interest in the development of the firm.

At present eight hundred workmen are employed, the output being three thousand five hundred instruments per annum; and it is interesting to note that eighty-two thousand pianos have been made under the direction of this talented manufacturer.

Decorations from and appointments to several royal courts of Europe were received by the late Julius Blüthner. Mr. A. Whelpdale represented the London firm at the funeral of their chief." Musical Opinion and Music Trade Review, 01/06/1910, p. 668

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