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BÖSENDORFER
à Vienne (°1828)
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Brodmann erkannte und würdigte das Talent, die Geschicklichkeit seines Eleven, weihte ihn ganz in die Geheimnisse seines Fabrikates ein, so, daß Bösendorfer bald als sein bester, tüchtigster Schüler dastand, und Instrumente (vornehmlich jene damals vor allen beliebten stehenden Piano's) verfertigte, deren Besaitung allein der Meister sich vorbehielt, und die doch Brodmann's erworbenen Ruf nicht blos zu festigen, sondern bedenkend zu mehren, ganz geeignet waren. Im Jahre 1828 etablirte sich Bösendorfer selbststindig und arbeitete rüstig in seinem Fache, vornehmlich waren es die schon damals vor Allen berühmten französischen Instrumente, deren Studium er seine ganze Aufmerksamkeit widmete, von denen manche er zerlegte, und ihre Konstruktion, (innern Bau des Kastens, des Resonanzboden, SaitenHalter etc.) er durch forschte, um mit Beibehaltung der Wienermechanik, die stärkere Bespannung und somit auch den krustigen Ton zu erzielen. Ein Hauptaugenmerk war aber dabei die Gleichheit der Register und leichte Spielart. So kam das Jahr 1839 heran. In die damals eröffnete Gewerbsproduktenausstellung lieferte auch Bösendorfer Instrumente, die auch allgemeines Aussehen erregten, nicht blos der Pracht und Eleganz wegen, anlangend die Ausstattung, vielmehr ob des grandiosen Klangen und vollkommenheit der Konstruktion und leichten Spielart. Es wurde ihm auch hierfür die Auszeichnung der goldenen Medaille zu Theil, und in Jahr darauf als Hofdekret k. k. Hoffortepianomacher. Obwohl früher schon Bösendorfer' Fabrikate sich vielfacher Anerkennung erfreuten, und in die k. k. Provinzen zahlreich begihrt wurden, so datirt sich dennoch von diesem Zeitpunkte sein europäischer Ruf her denn abgesehen davon, daß Allerhöchst Ihre Majestäten, der Kaiser und die Kaiserin, sich seiner Instrumente zu bedienen anfingen, waren et auch fast alle Künstler, die auch auf seinen Flügeln sich hier hören ließen, nnd man darf nur die Namen Thalberg und Liszt nennen, um nicht blos für den schönen Gesang seiner Fabrikate, sondern auch für deren Dauerhaftigkeit (Solidität) vollkommene Garantie zu haben. Es ist wohl nicht zu verkennen, daß das Aufhören Graf's zur schnelleren Popularität Bösendorfer's, seiner Anerkennung von Leiten des Auslandes, beigetragen habe; allein gerade dieß spricht für sein Talent und seine Umficht, daß er diesen günstigen ZeitPunkt zu nützen und seine Tüchtigkeit als Meister hier und nach außen geltend zu machen wußte. Und daß seine Instrumente wirklich die Auszeichnung und die Beliebtheit verdienen, deren sie sich erfreuen, dafür liefert uns alljährlich jede Konzertsaison die besten Belege, denn nebst Streicher ist Bösendorfer es beinahe allem, dessen Fabrikate die Fortepiano-Virtuosen wählen, um das Publikum zu entzücken, und es haben fich schon Fille ereignet, daß der Wiener-Meister selbst dem französischen (z. B. selbst einem Erard) überlegen war. Nicht zu vergessen ist auch, baß Bösendorfer, so wie Streicher mit besonderer Humanität ihre Säle den Virtuosen zu Privatkonzerten überlassen, und erstere auch von Zeit zu Zeit Soirien veranstaltet, wo nicht blos anerkannle Meister (z. B. in jüngster Zeit Pirkhert), sondern auch aufstrebende Kunstjünger von einem sehr gewählten Kunstpublikum gehört werden, und hiedurch den Letzteren die Möglichkeit geboten wird, zu erproben, welch einen Flug, und wie hoch, ihre Fittige wagen dürfen, und ob selbe für die Öffentlichkeit reif und tüchtig genug." Allgemeine Wiener Musik-Zeitung, Volume 4, 1844, p. 425 NÉCROLOGIE
In der Kirche war ein elegantes Publikum versammelt, unter denen sich Musiker ersten Ranges und sonst noch viele Künstler befanden. Hr. Bösendorfer hinterläßt nicht nur als Clavierbauer – seine Fabrikate sind bekanntlich weltberühmt – sondern auch als Mensch einen bedeutenden ehrenvollen Namen. Wie wir hören übernimmt Hr. Ludwig Bösendorfer, der bereits drei Jahre lang dem Geschäfte seines Vaters mit großer Umsicht vorstand, selbst die Clavierfabrik und gewiß werden auch unter seiner erneuerten Leitung die „Bösendorfer“ in jeder Beziehung ihrenalten „guten Klang“ behalten." Wiener Theater-Zeitung, 17/04/1859, p. 351
So ging es fort. In Deutschland, Frankreich, London, überall
waren es Clavier-Fabriken, welche sich ihm zuerst in den Weg stellten. Mehr als
ein Jahr war um, als ein beunruhigender Brief über die Gesundheit des Vaters ihn
zurückrief. Er kam nach Hause, und der Vater forderte nicht die mindeste
Auskunft oder Rechtfertigung über Thun und Lassen des Sohnes während seines
langen Ausbleibens. Als Soldat wäre er vielleicht ein General geworden, und hätte heute vielleicht schon eine Schlacht gegen unsere Feinde verloren, als Clavier-Macher wurde Ludwig Bösendorfer eine der festesten und stolzesten Säulen der vaterländischen Industrie.
In den zehn Jahren seines selbstständigen Wirkens hat er zur Verbesserung und zum Ruhme seines Fabrikats mehr beigetragen, als sich einem verhältnißmäßig so kurzen Zeitraum gegenüber fassen läßt. Patente, Ausstellungen, Medaillen, Orden, Titel, Vergrößerung seines Geschäftes, Ernennungen zur Ehrenmitgliedschaft fast aller künstlerischen Vereine und vieler politischer Körperschaften sind die äußeren Merkzeichen seiner Verdienste um unsere Industrie, um die Tonkunst. Die größte Freude machte ihm das CabinetsGeschenk der Kaiserin von Desterreich. Die hohe Frau ließ bei ihm ein Pracht-Clavier für die Pariser Ausstellung anfertigen, welches als Souvenir für die Kaiserin Eugenie von Frankreich in Paris blieb. Man erinnert sich vielleicht noch der rühmenden Schilderungen dieses Flügels, von denen damals alle Tages- und Fachblätter voll waren. Damals erhielt Bösendorfer von der Kaiserin Elisabeth eine
prachtvolle Tabatière mit Namens-Chiffre, und das kostbare Geschenk wurde dem
Fabrikanten von der hohen Frau selbst in der liebenswürdigsten Form überreicht.
Diese schlichte Bezeichnung hat nämlich der hervorragendste und erfolgreichste Vertreter der österreichischen Klavierbau-Industrie noch immer beibehalten, was aber von ihm durchaus nicht aus falscher Bescheidenheit geschieht, sondern in ehrlich bewußter Betonung eines allzeit gewahrten künstlerischen Geschäftsprinzips. In Bösendorfers Fabrik oder wie er selbst lieber sagt - Werkstätte ist es nämlich weniger auf Massenproduktion, als vielmehr auf den Bau von Klangindividuen abgesehen, die den verschiedenartigen Individualitäten spielender Künstler und Dilettanten sich anpassen. Von Jugend auf studierte er in innigem, freundschaftlichem Verkehr mit den Meistern des Klavier spiels ihr Wesen, ihre technischen Besonderheiten, ihre Eigenschaften und Eigenheiten, ihre inneren künstlerischen Regungen, die Mechanik ihres Armes, ihrer Hand. So wuchs er gleichsam mit der Natur der Künstler zusammen; sein Fühlen war an ihre Gefühle gebunden. Er lernte empfinden, was sie im Verborgensten empfanden und wünschten. Ihr Wille wurde sein Streben. Aus diesem Prozeß künstlerischer Vermählung und Verinnerlichung gingen die individuellen Schaffensprodukte Bösendorfers hervor, die unter dem Namen Liszt-Flügel Rubinstein-Flügel so populär geworden sind wie die genannten Meister selbst. Auf eine lange und bewegte Zeit ehrlichen Strebens, rastloser Arbeit und erfolgreichen Kampfes konnte dieser ehrsame Klaviermacher offiziell allerdings „Hof- und Kammer-Klaviermacher" an diesem bedeutsamen Gedenktage zurückblicken. Seit er 1857 das Geschäft seines Vaters Ignaz Bösendorfer übernommen hatte, ist er mit bewunderungswürdiger Energie und weitgehender Opferwilligkeit bestrebt gewesen, den Ruf und das Ansehen der heimischen Klavierproduktion gegenüber der stetig anschwellenden Konkurrenz des Auslandes zu behaupten und zu mehren. Keine Neuerung, kein Fortschritt der Mechanik wurde von ihm übersehen; ohne Scheu der aufzuwendenden Mühen und Kosten wurde alles studiert und auf seine praktische Bewährung geprüft, wobei der Geschäftsegoismus so wenig bestimmend war, daß Bösendorfer im Interesse der vaterländischen Produktion an seinen Erfahrungen auch andere österreichische Klavierbauer, von denen sich ja die meisten und angesehensten mit Stolz und Vorteil seine Schüler nennen, partizipieren ließ. In dankbarer Anerkennung der Verdienste Ludwig Bösendorfers um die Förderung der heimischen Produktion hat denn auch die „Genossenschaft der Klavier- und Orgelbauer Wiens" seinen Namen als den ihres einzigen Ehrenmitglieds verzeichnet. Die vornehme Gesinnung, welche den Menschen Bösendorfer kennzeichnet, bewährte er auch im Konkurrenzkampfe mit den ausländischen Produzenten. Ein Feind aller marktschreierischen Reklame, hat er immer nur den Wert, die Gediegenheit seiner Produkte für sich sprechen lassen, und die größten Klavierkünstler haben sich durch fünf Jahrzehnte dabei in Wort und Tat als Herolde in den Dienst seiner Sache gestellt. So ist das Bösendorfer-Klavier zu internationalem Rufe gelangt, weit über das Weltmeer wanderten seine Erzeugnisse, und nicht lange ist es her, daß eines derselben auch im Palaste des Kaisers von Japan eine Heimstätte gefunden. So viel zur Würdigung des Jubilars als Klaviermacher. Für seine Vaterstadt Wien kam anläßlich der bedeutsamen Feier mehr noch der populäre Wiener, der edelsinnige Philanthrop und der segenwirkende Kunstfreund in Betracht. Bösendorfer, der seine Bürgerkrone so hoch hält, wie nur je ein Fürst sein Diadem, ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten Wiens. Zu dem Straßenbilde der inneren Stadt gehört seine oft geschilderte Erscheinung mit dem kurzen lichten Überrock und dem Altwiener „Stösser" oder dem „Gollaschreindl" auf dem Haupte. Er ist ein Wiener vom alten Schlage, ein Jugendfreund der Johann und Josef Strauß und war bis an deren Lebensende ihnen enge verbunden. Gemütlichkeit, Noblesse und gutmütiger Humor, diese von der Volksbarden weisheit als die hervorstechendsten Merkmale des Wiener Blutes gefeierten Eigenschaften, sie finden sich allerdings bei Bösendorfer in idealer Vereinigung. Sein Wohltätigkeitssinn geht so weit, daß es den soliden Kaufmann mitunter das Gesetz vom Soll und Haben mißachten ließ. Bösendorfer könnte heute vermöge des Renommees und der Ausdehnung seines Geschäftes ein Millionär sein; er ist es nicht, weil er stets mit vollen Händen wieder verschenkt hat, was ihm als Frucht seiner Fähigkeit und Tätigkeit zugeflossen. Ungezählt sind die Kunstjünger, denen Bösendorfer unentgeltlich Klaviere beigestellt hat. Alljährlich kann das Wiener Konservatorium einen Bösendorfer als Preis an einen talentvollen Schüler vergeben. Den Virtuosen werden die kostbaren Instrumente über Wunsch in alle Weltgegenden nachgeschickt, und nicht einmal die Fracht läßt sich der splendide Wohltäter und Gönner aller wirklichen Künstler vergüten. Bösendorfer ist also trotz seiner großen Einnahmen nie ein reicher Mann gewesen, und es gab Zeiten, wo er selbst nicht viel übrig hatte. Solch ein Zeitpunkt war gerade damals hereingebrochen, da sich der kunstbegeisterte Mann mit dem Plane trug, der Musikpflege eine intime Stätte im Herzen der Stadt zu errichten. Er hatte sein Augenmerk auf die Fürstlich Liechtensteinsche Reitschule in der Herrengasse geworfen. Der musikliebende Verwalter des kunstsinnigen Fürsten Johann von und zu Liechtenstein, Graf West phalen, pflegte oft und gern mit Bösendorfer zu musizieren. Eines schönen Tages machte Bösendorfer den Vorschlag, die fürstliche Reitschule in einen Konzertsaal umzuwandeln. Die Einwilligung des Fürsten war rascher bei der Hand, als das für Umbau und Adoptierung erforderliche Kapital von 44000 Gulden ö. W. Offenmütig unterbeitete Bösendorfer dem Fürsten die Sachlage, welcher den nötigen Betrag ebenso ohne Formalitäten vorstreckte, wie der andere ihn auf fremdem Grund und Boden verbaute. Der Bürger tilgte seine Verbindlichkeit binnen weniger Jahre und des Fürsten Wort, daß die Stätte dem Kunstzwecke Bösendorfers nie entzogen werde, war wertvollere Bürgschaft, als jeder Notariatsakt, jeder grundbücherliche Vermerk. Vornehme Einfachheit war die Devise für den Bösendorfer-Saal. Kein äußerlicher Prunk sollte die Sinnestätigkeit in eine andere als die zweckdienliche Richtung lenken; die Geister der Akustik aber segneten den Raum. Sie lassen das Edle und Schöne in doppelter Verklärung wiedertönen, sie enthüllen unbarmherzig Ungefüges und Stümperisches.
Was sich hier seit dem 19. November 1872, da Hans v. Bülow das neue Musenheim als berufener Priester einweihte und eröffnete, ereignet hat, ist mit der Entwicklung des modernen Virtuosentums und Konzertgesanges auf das innigste verknüpft. Die Chronik des Bösendorfer-Saales bedeutet gleichzeitig ein wertvolles Stück Musikgeschichte; das im Künstlerzimmer aufliegende Eintragsbuch enthält die Autographe aller Instrumentalkünstler und der meisten Gesangssterne, die in den letzten vier Dezennien zu Bedeutung und Ansehen in der Konzertwelt gelangt sind. Fünf Namen aber prangen mit goldenen Lettern an den Saalwänden: Bülow, Liszt, Rubinstein, Brahms und Karl Reinecke. Als hehre Epitaphie zum Gedächtnisse der ersten vier sind diese einfachen Inschriften gedacht, von denen nur ein besonders bemerkenswertes Datum ihres Wirkens an dieser Stätte angefügt ist. So wurde der Saal Bösendorfer ein Sammelpunkt des Wiener Musiklebens, ein Stück Wiener Kunstgeschichte. Selbstverständlich ist mit der Reihe der genannten glänzenden Namen die Liste erstklassiger Kunstkräfte, die hier den Hörern so manchen ungetrübten Genuß gewährten und dafür überquellenden Dank einlösten, lange, lange nicht erschöpft. Wir schließen nur einige rasch an: d'Albert, Alice Barbi, Feruccio Busoni, Anette Essipoff, Edward Grieg, Eugen Gura, Sophie Menter, Alfred Grünfeld, Emil Sauer, Ernst von Dohnányi, Moritz Rosenthal, Josef Hofmann, Bernhard Stavenhagen. Sie alle haben sich in das Gedenkbuch bei Bösendorfer eingetragen und mehr als das, sie alle stehen oder standen mit Bösendorfer in hochachtungsvollem oder freundschaftlichem Verkehre. Und wer vermöchte es, dem edlen Kunstgönner die volle Ehrung zu versagen, ihm, dem stets liebenswürdigen Manne, dessen Bescheidenheit sich bis zur Selbstverleugnung zu steigern vermag. Hiervon ein Beispiel. Hans v. Bülow konzertierte im großen Musikvereinssaal, und zwar auf einem Bösendorfer-Flügel. Da ereignete es sich, daß den großen Meister ausnahmsweise das Gedächtnis im Stiche ließ. Mit einigen improvisierten Akkorden beendete er rasch sein Spiel und schlug hierauf, sich zum Publikum gewendet, wiederholt ein und dieselbe Taste an, so andeutend, daß der Mechanismus versagt habe und die Ursache seiner Stockung sei. Bösendorfer, der diesem Konzerte beiwohnte, begriff im Nu den wahren Sachverhalt und ging zu Bülows Ehrenrettung auf dessen Vorwand ein, indem er rasch den Stimmer zum Flügel sendete. Tags darauf bemerkte die Presse, daß der Flügel nicht funktioniert habe. Bülow besuchte hierauf, seiner Schuld bewußt, in gedrückter Stimmung seinen Freund Bösendorfer. Und was tat dieser? Er begab sich in die Redaktionen, wo er in bewundernswerter Selbstaufopferung erklärte, der Flügel sei wirklich schlecht gewesen. Die außerordentlichen Verdienste Bösendorfers um die Veredlung des Klavierbaues konnten natürlich auch den höchsten Kreisen nicht fremd bleiben, und überaus zahlreich sind die Auszeichnungen, die ihm zuteil wurden. So erhielt er den Titel eines k. und k. Hof- und Kammerklaviermachers, eines k. und k. Kommerzialrates, eines kaiserlich russischen Hoflieferanten, brasilianischen, mexikanischen, rumänischen und serbischen Hofklavierfabrikanten und zahlreiche Ordensauszeichnungen.
Ein bezeichnendes Dokument für Bösendorfer ist die Hausordnung in
seiner hundertzwanzig Arbeiter umfassenden Werkstätte. Sie lautet
kurz und bündig : Da die eingehendste und längste Hausordnung immer lückenhaft sein wird, beschränke ich mich auf folgendes : 1. Ich beanspruche von meinen Mitarbeitern möglichst gute Arbeit und Anständigkeit. 2. Dagegen haben meine Mitarbeiter selbstverständlich das Recht, von mir ebenfalls Anständigkeit und möglichst hohe Bezahlung zu beanspruchen. Ich setze voraus, daß meine Mitarbeiter unter sich in freundschaftlicher Weise die Ordnung beeinflussen werden, um ein erfolgreiches Arbeiten zu ermöglichen. Übrigens unterstehen wir alle den behördlichen und genossenschaftlichen Vorschriften. L. Bösendorfer." Welche Beliebtheit und welches Ansehen der Jubilar in den weitesten Kreisen genießt, das zeigte sich so recht an seinem Jubiläums- und Ehrentage. Zahllos waren die Glückwünsche, die von nah und fern am 10. April einliefen, und warm und herzlich gehalten waren die Kundgebungen in allen größeren Musik- und Tageszeitungen des In- und Auslandes, die die Verdienste dieses hochverdienten und liebenswürdigen Fachgenossen feierten. Nichts aber charakterisiert den Jubilar besser, als die öffentliche Danksagung, die er in der Presse erließ : „Danksagung. In der Absicht, an meinem 70. Geburtstag (akademischer Scheidetag zwischen Arbeit und Ruhe) unbemerkt vorüber zu kommen, habe ich mir bisher erlaubt, über mein Geburtsjahr divergierende Auskunft zu geben. Ein freundschaftlicher Verrat hat jedoch meine Vorsicht nutzlos gemacht und stehe ich tief ergriffen der wohlwollendsten Teilnahme der Presse, meiner Gönner und Freunde gegenüber. Der Tag, den ich so gefürchtet, wurde mir zum Freudentag; ein Festtag, welchen ich den goldenen Tag meines Lebens nennen möchte. „Unmöglich war es mir, in den wenigen Tagen für alle mir gewordenen Ehrungen und liebevollen Äußerungen der Sympathie und des Wohlwollens in entsprechender Weise einzeln zu danken, und bitte ich daher, meinen tief empfundenen Dank in dieser Form nachsichtig aufzunehmen. „Unter dem Eindruck freudiger Ergriffenheit und innigsten Dankgefühls habe ich die siebzig Jahre vergessen und halte mich an die fünfzig meiner Arbeit und meines Wirkens als Klaviermacher. Bösendorfer." In diesen wenigen Worten zeigt sich so recht die Schlichtheit und Bescheidenheit des Mannes, den zu feiern wir für unsere Pflicht hielten. Wir wissen, daß das „Feiern" nicht nach seinem Sinne ist, aber er mußte es sich gefallen lassen, an diesem Ehrentage gefeiert zu werden, auch gegen seinen bescheidenen Willen. Ehre ihm und seiner Arbeit, deren Früchte ihm noch lange beschieden sein mögen." Zeitschrift für Instrumentenbau, Volume 25, 01/05/1905, p. 662-664
1915
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Pour les références voyez la page pianos viennois 1700 - 1849
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