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STEIN Carl
de Vienne
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1878
Ein Sohn des Matthäus Andreas Stein [siehe dens. S. 43, Nr. 8] und der Maria Josepha Theresia Dischler. Da sich frühzeitig sein musikalisches Talent kundgab, wurde für dessen Ausbildung Sorge getragen, und schon als achtjähriger Knabe konnte sich Karl Andreas in Privatkreisen mit seinem Pianospiel hören lassen. Indessen wurde er auch im Industriezweige seines Vaters, im Fortepianobau, unterwiesen, und als er 15 Jahre zählte, vom Vater selbst in die Geheimnisse dieses Kunstzweiges eingeweiht. Um auch nach anderer Seite sich praktisch zu üben, begann er, 18 Jahre alt, selbst Unterricht zu ertheilen, und wurde bald ein gesuchter Clavierlehrer. Dabei seßte er jedoch seine eigenen Studien fort und wurde ein Schüler Emanuel Alois Förster's [Bd. IV, S. 273] im Generalbaß und in der Composition. Im Jahre 1818 trat et in einem Concerte der berühmten Angelica Catalani öffentlich auf, und trug im Vereine mit Clement [Bd. II, S. 384] und Linke [Bd. XV, S. 215] die Polonaise concertante für Pianoforte, Violin und Violoncello von Beethoven vor. Im Jahre 1823 veranstaltete er am 16. Februar selbst ein Concert, zum Besten des Vereines adeliger Frauen zur Beförderung des Guten und Nüßlichen. Im folgenden Jahre gab er in Ofen eine musikalische Abend Unterhaltung. In diese Jahre seiner heranreifenden Selbständigkeit fallen sein Verkehr mit K. G. Reissiger, welcher damals, mit der Composition der Oper "Das Rockenweibchen" beschäftigt, in Wien sich aushielt, und mit Beethoven, welcher Tonheros tiefen Eindruck auf das empfängliche Gemüth Stein's machte. Im Jahre 1828 reichte er um die Claviermacherbefugniß ein, die ihm auch Anfangs 1829 verliehen wurde; nun gab er den Unterricht im Clavierspiele auf und widmete sich aus. schließlich seinem Geschäfte als Claviermacher. Er betrieb dasselbe mit großer Umsicht und erwarb sich auf mehreren Reisen, welche er innerhalb der Jahre 1830-1836 theils im Interesse seines Geschäftes zur Anknüpfung von Verbindungen, theils um die Fortschritte und Verhältnisse des Clavierbaues in anderer Herren Ländern durch den Augenschein kennen zu lernen, unternahm, mannigfaltige Erfahrungen, welche seine industriellen Zwecke förderten. Die erste Reise im Jahre 1830 ging über Laibach, Triest nach Oberitalien, wo Mailand das Endziel derselben war; im Herbst 1833 ging die zweite Reise nordwärts über Prag, Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg. Hannover, Frankfurt a. M., Mannheim, Augsburg, München; im Frühling 1836 richtete er seinen Ausflug westwärts, nach Paris, Brüssel, Antwerpen, selbst London, das er aber bald verließ und dann über Rotterdam und durch die bedeutendsten Städte des westlichen Deutschland wieder heimkehrte. Auf diesen Reisen trat er mit verschiedenen Künstlern, so in Mailand mit der Pianistin Montgolfier aus Paris, in Prag mit J. P. Piris, in Leipzig und in anderen deutschen Städten mit Friedrich Wieck und dessen Tochter Clara, mit Jeannette Boutibonne, Charlotte Birch Pfeiffer, Lindpaintner, Molique, Max Bohrer und dessen Gattin Luise, in Paris mit Chopin, Meyerbeer u. A. in näheren Verkehr, und machte in Hamburg die unliebsame Entdeckung, daß man sich seines Namens Stein freilich mit anderem Taufnamen (Ferdinand) - bediente, um elende Machwerke von Instrumenten an Mann zu bringen, wodurch aber der gute Ruf seiner Fabrikate leiden mußte, was ihn zur öffentlichen Erklärung zwang, daß eine Firma Ferdinand Stein in Wien gar nicht existire, und nur ein Andreas Stein (sein Vater) und Karl Stein (er selbst) Claviere ver fertigen, alle anderen unter dem Namen Stein aus Wien stammenden Instrumente betrügerische Fabrikate seien. Im October 1841 legte Stein seine Claviermacher Befugniß nieder und schritt um Verleihung des Gewerbe und Bür. gerrechtes für Wien ein, das ihm auch im Jahre 1842 gewährt wurde. Im November 1844 erhielt er aber in Berücksichtigung seines ausgebreiteten Geschäftsbetriebes im In- und Auslande und seiner Verdienste um die Verbesse. rung des Fortepianobaues den Titel eines k. k. Hof-Fortepiano-Verfertigers. So blieb Stein fortwährend für He. bung des von ihm betriebenen Industrie. zweiges thätig und seine Firma war in ihrem Gebiete nicht nur eine der ersten in Wien, sondern ihr Ruf verbreitete sich weit über Desterreichs Grenzen. Stein war auch Compositeur, und die Uebersicht seiner Compositionen folgt unten. Seit dem Jahre 1837 mit Elisabeth Hörde, Tochter eines Wiener Magistrats-Beamten, vermält, stammen aus dieser Che mehrere Kinder. Stein's Wirken im Interesse seines Faches, wie der Kunst, fand auch in Fachkreisen Anerkennung. So ernannten ihn u. a. schon im Jahre 1836 der Cacilien Verein in Karlsruhe, im Jahre 1845 der Musik. verein in Graz zum Ehrenmitgliede, und auf der Wiener Industrie - Ausstellung des Jahres 1845 wurde ihm die silberne Medaille zuerkannt. Noch sei bemerkt, daß die Vorzüglichkeit der Stein'schen Instrumente die ersten Tonkünstler und Virtuosen veranlaßte, sich derselben bei ihren öffentlichen Productionen zu bedienen; wir nennen nur Namen wie Liszt, Rubinstein, Alfr. Jaell, Karl Czerny, C. M. v. Bock. let, Jos. C. Kepler, Leschetipky, J. A. Pacher u. m. a. - v. Wurzbach, biogr Lerikon. XXXVIII. [Sedr. 22. Sept. 1878. Uebersicht der Compositionen von Barl Andreas Stein.
„VI Allemandes avec Trios et Coda pour le Pianoforte" (Wien).
STEIN
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Pour les références voyez la page alphabétique S
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