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SIMON Ludwig
in
Ulm

1902

Ludwig Simon.

"Der Pianofortefabrikant Herr Ludwig Simon, Begründer und Inhaber der Firma L. Simon in Ulm a. D. ist, wie wir schon in voriger Nummer kurz berichteten, am 16. Mai im 55. Lebensjahre verschieden, allzufrüh für die Seinen und das von ihm geschaffene Lebenswerk.

Ludwig Simon wurde am 22. September 1855 in Aalen als Sohn des Schreinermeisters Gottfried Simon geboren. Er war ursprünglich dazu bestimmt, später in die Bau- und Möbel­schreinerei seines Vaters einzutreten. Da er aber hieran keinen Gefallen fand und sich von jeher stark zur Musik und zum Klavierbau hingezogen fühlte, wußte er es bei seinem Vater durchzusetzen, daß dieser ihn die Kunst des Klavierbaues erlernen ließ.


Seine Lehrzeit machte er in der Pianofortefabrik von Pfeiffer in Stuttgart durch, um dann nach Berlin zu gehen, wo er in verschiedenen Fabriken tätig war. Seine letzte Stellung bekleidete er als Stimmer in der damals noch in Heilbronn ansässigen Piano­fortefabrik von V. Berdux.

In Heilbronn verheiratete sich Ludwig Simon im Jahre 1879, und noch in demselben Jahre siedelte er nach Neu-Ulm über, wo er zunächst einen kleinen Handel mit Klavieren betrieb.

Im Jahre 1880 gründete er in Ulm die heute noch bestehende Pianofortefabrik, zunächst mit nur zwei Arbeitern. Aber das Geschäft wuchs und dehnte sich immer mehr aus, denn die von ihm gelieferten Pianos fanden überall Anklang und guten Absatz.

In den 30 Jahren, die seit der Gründung verflossen sind, ist der Verblichene unermüd­lich tätig gewesen, immer dem Fortschritte huldigend und darauf bedacht, Verbesserungen in seinen Instrumenten in Anwendung zu bringen.

Im Laufe des vorigen Jahres begann er auch mit der Fabrikation von Flügeln, die ebenfalls sehr gut ausgefallen sind. Da stellte sich im Herbst 1909 ein starkes Herzleiden bei ihm ein, das ihn zwang, seine geschäftliche Tätigkeit einzuschränken.

Er konnte sich seitdem nicht mehr regelmäßig der ihm ans Herz gewachsenen Beschäftigung in seiner Fabrik widmen. Am Abend des 13. Mai trat, nachdem er mittags noch einige Stunden im Geschäfte tätig gewesen war, plötzlich eine vollständige Lähmung des Gehirnes ein, von welcher er am 16. Mai morgens 6 Uhr durch den Tod erlöst wurde, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben.

Die Firma wird nunmehr von dem einzigen Sohne des Verblichenen, Herrn Edwin Simon, in der alten Weise und getreu den Intentionen des Vaters weitergeführt, gestützt auf einen Stamm alter und zuverlässiger Arbeiter, die fast alle schon mehr als 10 Jahre, teilweise schon über 20 Jahre bei dem Vater beschäftigt waren." Zeitschrift für Instrumentenbau, Bd.: 30. 1909/10, Leipzig, 01/06/1910, p. 924 (daten.digitale-sammlungen.de)

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