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EHRBAR
à Vienne (°1857)
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Friedrich Ehrbar †
Mit ihm ist eine der markantesten Persönlichkeiten des österreichischen Klavierbaues und des musikalischen Wiens dahingegangen. Wer Gelegenheit hatte, diesen Mann persönlich zu kennen, muß sagen, daß er einer der Seltenen war, der sich trotz seiner schwer durchkämpften Laufbahn und ungeachtet des modernen, realistischen Zeitgeistes seine Ideale bis zum letzten Atemzuge erhalten hat. Er war eben ein bescheidener, echter Künstler, ein Mann von hoher Bildung und Weltkenntnis, dabei aber auch immer Mensch mit warmfühlendem Herzen und hohem Seelenadel. Friedrich Ehrbar wurde am 26. April 1827 in Hildesheim (Provinz Hannover) geboren. Als kaum zweijähriger Knabe wollte es das Schicksal, daß ihm innerhalb einer Woche Vater, Mutter und eine Schwester durch die damals verheerend auftretende Cholera entrissen wurden, und so stand er denn allein in der Welt. Das Waisenhaus seiner Vaterstadt gewährte ihm Obdach bis zu seinem 14. Lebensjahre, und die bei ihm bereits damals in regster Weise erwachende Liebe Lesern mitteilen konnten, der K. und K. Hof- und Kammer- zur Musik und für Musikinstrumente (er befaßte sich bereits als Waisenknabe damit, Gitarren u. dergl. für sich und seine Kameraden zu machen) bot die Veranlassung, daß er als Lehrling bei dem Orgelbauer Friederici untergebracht wurde. Dort verbrachte er sieben Jahre. Sein Meister wollte ihn nicht von sich lassen; als aber im Jahre 1848 auch in Hannover die Revolution ausbrach, ließ er sich nicht länger in seinem Drange, Wien, den damaligen Hauptsitz des Klavierbaues, kennen zu lernen, zurückhalten und begab sich am 9. Februar 1848 von Hildesheim aus auf die Wanderschaft. In Hannover lernte er Heinrich Steinweg (Henry Steinway), den späteren Begründer des Hauses Steinway kennen, der sich damals auch auf der Wanderschaft befand. Die beiden, von ihrem gewählten Berufe in gleicher Weise beseelten jungen Leute schlossen innige Freundschaft. Dann ging es an den Rhein und aufwärts nach Frankfurt, Nürnberg, Regensburg usw. Am 12. November kam Ehrbar nach Wien, und hier, von Passau aus auf einem Holzflosse ankommend, rief er beim Anblicke der schönen Donaustadt aus: „Hier gehe ich nicht mehr weg!" Er suchte sich Arbeit und fand dieselbe beim Klaviermacher Seuffert. Der damaligen Zunftordnung entsprechend, mußte er sich erst auf drei Jahre als Praktikant verdingen, wurde jedoch, nachdem sein Meister seine hervorragenden Kenntnisse und Fähigkeiten erkannt hatte, nach dreivierteljähriger Tätigkeit bereits von diesem freigesprochen und zum Geschäftsleiter ernannt. Für die Ausstellung 1854 in München machte er im Auftrage seines Chefs eigenhändig sechs Klaviere, und es erhielten dieselben den Preis mit dem ehrenden Zusatze : „Für großen und schönen Ton." Die sechs Instrumente waren bereits in den ersten Tagen der Ausstellung angekauft, und Ehrbar mußte eines derselben sogar persönlich beim Fürsten Karolath-Beuthen in Preußisch-Schlesien aufstellen. Auf der Fahrt zur Münchener Ausstellung machte Ehrbar auf dem Dampfschiffe zwischen Wien und Linz die Bekanntschaft Hanslicks, der ihn bei dieser Gelegenheit kennen und schätzen lernte. Seit jener Zeit bestand auch zwischen diesen beiden Männern das engste Freundschaftsverhältnis. 1855 starb Seuffert, und Ehrbar führte die Fabrik weiter, bis er sie 1857 ganz übernahm. 1862 stellte er mit glänzendem Erfolge in London aus, wo er abermals einen ersten Preis erhielt, und von diesem Zeitpunkte an begann die eigentliche Siegeslaufbahn der Ehrbarschen Klaviere. Ehrbar erhielt damals das goldene Verdienstkreuz, sowie die allerhöchste Anerkennung Sr. Majestät des Kaisers für seine Verdienste um die Industrie, und später den Hoftitel. Es kamen dann die Ausstellungen 1867 in Paris, 1873 in Wien (wo Ehrbar Mitglied des Großen Komitees und der Jury war), 1876 in München, 1878 in Paris, 1880 in Melbourne, 1882 in Sidney usw., auf welchen seine Instrumente durchwegs erste Preise erhielten und ihm überdies vom Kaiser dreimal die allerhöchste Anerkennung ausgedrückt wurde. Interessant und bezeichnend ist vielleicht eine Episode von der Pariser Ausstellung 1867. Nach Schluß der Ausstellung sprach Ehrbar beim damaligen Kommissar der österreichischen Abteilung Grafen Wickenburg vor, um sich zu verabschieden. Ehrbar hatte bereits das Zimmer wieder verlassen, als der Graf ihm nacheilte und ihn bat, nochmals einzutreten. „Herr Ehrbar," sagte er, ich habe Sie nochmals gebeten, einzutreten, weil es mir am Herzen liegt, Ihnen zu sagen, daß Ihr bescheidenes Auftreten, verbunden mit so brillanter Repräsentation, während der Ausstellung meine ganz besondere Aufmerksamkeit und Bewunderung erregt haben, und überdies muß ich Ihnen offen gestehen, daß Sie von allen Österreichischen Ausstellern der einzige sind, der an mich mit keinerlei Anliegen oder Bitte um Protektion herangetreten ist..." Kurze Zeit nachher erhielt Ehrbar das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens und anläßlich der Eröffnung des neuen Opernhauses in Wien, für welches er auf allerhöchsten Auftrag zwei Flügel lieferte, den Kammertitel Sr. Majestät. Es gäbe noch eine Menge von Beispielen, welche den Charakter und die Leistungen noch mehr präzisieren würden, aber die Errungenschaften in seinem Fache geben wohl das beste Zeugnis von seinen hervorragenden Fähigkeiten. Daß diese aber auch von seinen Kollegen vollauf gewürdigt wurden, beweist die Episode bei einer Zusammenkunft von Klaviermachern auf der Ausstellung 1878 in Paris, wo der ebenfalls anwesende Steinway aufstand und, auf Ehrbar zeigend, sagte: „Meine Herren, sehen Sie sich diesen Mann an, von dem können wir alle lernen! Sehen Sie zum Beispiel nur sein Prolongement (Tonhaltungspedal) an, welches doch gewiß das einfachste und sinnreichste ist, das bisher gemacht wurde ..."Ehrbar war auch derjenige, welcher die „Gußrahmen" in den siebziger Jahren in Österreich einführte. Er trat mit seinen Modellen hierfür manche Fahrt nach den verschiedensten großen Eisenwerken an, aber überall erhielt er den Bescheid, so etwas ließe sich nicht gießen. Nach vieler Mühe erst gelang es ihm im Vereine mit einem seiner Freunde, der in Wien eine Gießerei besaß, die Sache durchzuführen. Zur Pariser Ausstellung gab Ehrbar vielen seiner Wiener Kollegen solche Rahmen Verwendung bei ihren Klavieren, damit die Wiener Industrie auch würdig vertreten sei. Mit Ehrbar ist ein ziemliches Stück musikalischer Kunstgeschichte eng verbunden. Zahlreiche Künstler verkehrten in seinem Hause, und im Ehrbar Saale traten die hervorragendsten Komponisten und Virtuosen auf. Als Ehrbar im Vereine mit Hanslick den 60. Geburtstag von Brahms feiern wollte, kam dieser sogar aus diesem Anlasse von Genua nach Wien. Im Jahre 1877 erbaute Ehrbar einen eigenen Konzertsaal, der hinsichtlich architektonischer Ausstattung und vor allem Akustik als ein Meisterwerk gelten mußte. Im vorigen Jahre wurde der Saal vergrößert und umgebaut, und er ist jetzt in seiner neuen, vornehmen Ausstattung ein Sammelpunkt des musikalischen Wiens geworden. Reiche Ehrungen wurden Ehrbar anläßlich seines 70. Geburtstages zu teil. Kurz darauf zog er sich vom öffentlichen Leben auf seinen Landsitz in Hart bei Gloggnitz zurück, um hier den Rest seiner Tage zu verbringen. Das Geschäft wurde am 1. Januar 1898 von seinem Sohne, Herrn Friedrich Ehrbar jun., übernommen, in welchem er sich eine tüchtige Stütze und einen würdigen Nachfolger erzogen hat, dem die Ideale des Vaters in Fleisch und Blut übergegangen sind. Herr Friedrich Ehrbar jun., der nicht nur ein tüchtiger Fachmann, sondern auch ein feingebildeter Musiker und Komponist ist, bekleidete zur Weltausstellung in Paris 1900 das Ehrenamt eines Vizepräsidenten der Internationalen Jury, und seine liebenswürdige Persönlichkeit wird noch manchem der Herren Fachgenossen von dorther in angenehmer Erinnerung geblieben sein. Er ist der berufenste, das Lebenswerk des nun heimgenen Vaters in dessen Geiste weiter zu führen und die Firma Ehrbar zu weiteren Ehren zu bringen. " Zeitschrift für Instrumentenbau, Volume 25, 11/03/1905, p. 510-511EHRBA Rsur ce site
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