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BLÜTHNER
in
Leipzig

1878

BLÜTHNER Factory 1871,
K. S. Hof-Pianoforte-Fabrik von Julius Blüthner in Leipzig, by Oscar Laffert, 1876, p. 16

Die Königlich sachsiche Hof-Pianofortefabrik von Julius Blüthner in Leipzig, 1878
Musikalisches Wochenblatt, 29/03/1878, p. 177

"Die grösste Pianofortefabrik Leipzigs, überhaupt Eines der grossartigsten Etablissements seiner Art, ist die königlich sächsische Hof-Pianofortefabrik von Julius Blüthner, die wir unseren Lesern heute im Bilde vorführen.

Wir dürfen wohl annehmen, dass das Bluthuer'sche Fabrikat überall bekannt ist. Ein ausserordentlich schöner, weicher, singender Ton, möglichste Feinheit und Ausdauer des Mechanismus, geschmackvolle äussere Ausstattung, das sind die Vorzüge, welche demselben allgemein zugestanden werden, Vorzüge, die der Firma Julius Blüthner eine Beliebtheit und in der Folge einen Aufschwung verschafft haben, wie er auch in anderen Branchen nur selten zu beobachten ist.

Wer vermöchte aus dem gewaltigen Umfange der heutigen Blüthner'schen Fabrik zu rathen auf den bescheidenen Anfang, den sie vor kaum 25 Jahren genommen ?

Es war im November des Jahres 1853, als Blüthner, seines Zeichens ein Tischler, der aber bei Hölling & Spangenberg in Zeitz auch den Pianofortebau gründlich erlernt hatte, in der Weststrasse zu Leipzig, in einem der noch heute in seinem Besitze befindlichen Ä seine erste Werkstatt eröffnete.

Anfänglichging es mit drei Arbeitern. Da aber die ersten Instrumente guten Absatz fanden, so wurden aus den drei Arbeitern bald mehr.

Die Werkstätte dehnte sich nach und nach über das ganze Haus aus. Als dieses zu klein wurde, ging Buthner muthig mit der Errichtung eines neuen, eigens zu Fabrikzwecken bestimmten Gebäudes vor.

Aber Menschenhände wollten allein nicht mehr ausreichen, um die sich immer mehr steigernden Ansprüche zu befriedigen. Es mussten Maschinen geschafft werden, Maschinen, denen das Sägen, Hobeln, Bohren, Bespinnen der Drahtsaiten und andere gröbere Arbeiten übertragen werden konnten.

Allen diesen Anforderungen wusste Blüthner mit nicht genug zu schätzender Intelligenz zu entsprechen. Und so hat sich sein Etablissement allmählich immer mehr erweitert, äusserlich zu einem Häusercomplex, der so ziemlich einen ganzen Stadttheil, beiläufig 22,000 Quadratmeter, einnimmt und einen wahrhaft imponirenden Eindruck macht, innerlich zu einem so vielgegliederten, nichtsdestoweniger aber so wohlgeordneten Ganzen, dass der Beschauer staunend frägt, wie ein einziger Mensch so Vieles und Grossartiges zu veranlassen vermochte.

Ausser dem, auf dem grossen Holzhofe befindlichen, von verschiedenen kleineren Baulichkeiten umgebenen Holzspeicher stehen gegenwärtig auf Blüthner'schem Grund und Boden zwei grosse Wohngebäude, dahinter das in Hufeisenform angelegte kolossale Fabrikgebäude und eine prachtvolle Villa.

In seiner Fabrik beschäftigt Herr Commerzienrath Blüthner über vierhundert Menschen, die mit Hilfe von ungefähr 60 grösseren und kleineren, durch Dampfkraft getriebenen Maschinen jährlich 1800 bis 2000 Instrumente in allen möglichen Sorten verfertigen. Wahrlich, ein schöner Erfolg einer kaum 25jährigen, wenn auch angestrengten Thätigkeit! Musikalisches Wochenblatt, 29/03/1878, p. 173

 Die königlich sächsische Hof-Pianoforte-Fabrik von Julius Blüthner in Leipzig.

"Trotz des ausserordentlich flotten Geschäftsbetriebes ist die Güte des Blüthner'schen Fabrikates beständig im Steigen begriffen. Das erklärt sich zunächst aus der eigenen Tüchtigkeit Blüthner's.

Blüthner ist nicht nur ein praktisch durch und durch erfahrener Clavierbauer, der Fleiss und Ausdauer genug besitzt, um die Fabrikation sorgfältig zu überwachen, sondern er hat auch bewiesen, dass ihm die Theorie seiner Kunst nicht fremd ist.

Verschiedene Patente, die sich die Firma im Laufe der Zeit erworben, und unter denen das auf das neuerdings construirte „Aliquotpiano“ als die wichtigste Errungenschaft zu bezeichnen ist, sind Beweise für diese Aussage.

Dass Blüthner überdies auch ein ganz bedeutendes Organisationstalent besitzt und zum Fabrikherrn wie geschaffen ist, das lehrt ein Gang durch seine Fabrik, der zum Interessantesten gehört, was die Beobachtung gewerblichen Fleisses überhaupt zu bieten vermag.

Es würde zu weit gehen, wollten wir unsere Leser durch die über 100 Arbeitsräume der Fabrik führen, in denen auf mehr oder weniger mechanische Weise.

Das zusammengesägt, gehobelt, gebohrt, gefeilt, gedrechselt, gedreht und geleimt wird, was uns später als fertiges Product unter der Hand des Künstlers so rein geistige Freuden vermittelt. Nur die in der Anordnung des Ganzen zu Tage tretende Idee sei als charakteristisch mit einigen Worten erwähnt.

Es ist das Princip der Arbeitstheilung, welche wir hier in grossartiger Weise durchgeführt finden.

Jeder Arbeiter verrichtet nur eine bestimmte Arbeit, die an sich oft so unbedeutend ist, dass man staunt, wie ein Mensch jahraus, jahrein dieselbe zu verrichten vermag. Wenn der Eine z. B. den Hammerstiel verfertigt, so liegt ihm nicht ob, auch das kleine, am hinteren Ende desselben befindliche Loch zu bohren.

Diese Arbeit besorgt wieder ein Anderer. Ein Dritter verfertigt den Hammerkopf, der Vierte befilzt denselben etc. etc. Und so zerfällt allein die Mechanik in eine Unmasse einzelner Theile, deren jeder von anderer Hand, naturlich genau nach Vorschrift, verfertigt wird.

Nicht minder sorgfältig wird verfahren beim Bau des Kastens, des Resonanzbodens, des Stimmstockes, beim Besaiten etc. Wenn das nach circa 6 Monaten fertige Instrument von der Hand Blüthner's die letzte Feile (Egalisation) erhält, so kann man wohl sagen, dass sich dahin bereits tausend fleissige Hände um dasselbe bemüht haben.

Die Vortheile eines solchen Verfahrens liegen auf der Hand. Der Arbeiter erwirbt sich in der ihm übertragenen Arbeit schliesslich eine Geschicklichkeit, wie sie derjenige, der Vielerlei verrichten soll, nie erreichen kann.

Er wird dadurch leistungs fähiger, und das liegt ebensosehr in seinem eigenen Interesse, als in dem des Fabrikherrn. Es kann die Arbeit in jedem Stadium sorgfältig controlirt (Factoren) und das Missrathene ausgemerzt werden, ehe ein Anderer Zeit und Mühe daran verschwendet. Fehlerhafte oder lüderliche Arbeit ist unter solchen Umständen fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Nur so ist zu erklären, wie die Fabrik bei der grossen Anzahl von Instrumenten, die sie jährlich in die Welt hinausschickt, noch eine Garantie zu übernehmen vermag. Wofür der Arbeiter allerdings nicht stehen kann, für die Güte des verwendeten Materials, dafür sorgt die Umsicht und Erfahrenheit Blüthner's in mehr als ausreichender Weise.

Es ist ganz erstaunlich, was für Vorräthe an Holz, Fournituren, Leim etc. in den verschiedenen Lagerräumen aufgespeichert liegen. Besonders grossartig sind die Vorrichtungen zur Gewinnung eines zweckentsprechenden, dauerhaften Holzes.

Allein in den bis zu einer Temperatur von 40 Grad erwärmten Trockenhäusern liegen in der Regel bereits zugeschnittene Hölzer, ausreichend für etwa 1000 Instrumente. Ehe sie aber hierher gelangen konnten, mussten sie in anderem Zustande jahrelang auf dem Holzhofe gelagert und sich daselbst als brauchbar bewährt haben.

Ein Blick auf den Holzhof, auf welchem sich wahre Berge edler Hölzer (von inländischen besonders Eiche, Buche, Fichte, Tanne, von ausländischen Ceder und Jacaranda) erheben, lässt die der Firma Julius Blüthner zur Verfügung stehenden Mittel in recht beneidenswerthem Lichte erscheinen.

Wenn Blüthner heute, was Zweckmässigkeit und Grossartigkeit seiner Einrichtungen anbetrifft, mit den grössten Pianofortefabriken der Welt zu wetteifern vermag, so hat es ihm auch an Anerkennung seiner Leistungen niemals gemangelt.

Mit Recht erblickt er den schönsten Lohn seiner Bemühungen in dem blühenden Zustande seines Etablissements. Er darf sich schmeicheln, einer der bedeutendsten Industriellen Sachsens zu sein. Demgegenuber erscheinen die mancherlei besonderen Auszeichnungen, die ihm zu Theil geworden, als ziemlich selbstverständlich.

Die erste datirt vom Jahre 1854 und wurde veranlasst durch einen grossen Concertflügel, mit welchem die Ausstellung zu München beschickt worden war.

Auf dieselbe Weise errang sich die Firma später in Merseburg (1865) die „goldene Medaille“, in Paris (1867) die „silberne Medaille“, als höchste Auszeichnung für Norddeutschland in Chemnitz (1867) und Cassel (1870) den „ersten Preis“, in Wien (1873) das „Ehrendiplom“ und in Phiadelphia (1876) die Centennial-Auszeichnung für „ausgezeichnee Tonschönheit, höchsten Grad der Vollkommenheit in der technischen Ausführung, Präcision der Spielart, eine neu erfundene Construction, genannt Aliquotsystem“.

Dazwischen war erfolgt im Jahre 1865 die Ernennung der Firma zur „königlich, sächsschen Hof-Pianofortefabrik“, im Jahre 1871 als persönliche Auszeichnung der Titel eines „königlich sächsischen Commerzienrathes“.

Dass Blüthner auch im Besitze verschiedener Patente ist, wurde bereits früher erwähnt. Neuerdings ist es besonders das Büthner'sche „Aliquotpiano“, welches viel von sich reden macht, Bjejnde künstlerische Capacitäten haben sich sehr belobigend über die vorzüglichen Eigenschaften desselben ausgesprochen.

Auch das „Musikalische Wochenblatt“ hat dieser neuesten Erscheinung äuf dem Gebiete des Pianofortebaue einen sehr eingehenden, empfehlenden Artikel in seiner No. 47 vom Jahre 1876 gewidmet.

Zahlreiche Berichte bestätigen, dass sich die Bluthner'schen Aliquotflügel durch unübertroffenen grossen, schönen Ton zum Concertgebrauch ganz besonders eignen.

Wenn wir schliesslich noch der Herausgabe eines pädagogischen Werkes (Blüthner und Gretschel, Lehrbuch der Pianoforte baukunst, Weimar bei Voigt) erwähnen, so dürfte Alles, was auf Julius Blüthner, den Besitzer und alleinigen technischen Leiter der „königl. sächsischen Hof-Pianoforte-Fabrik“ gleichen Namen Bezug at, berücksichtigt worden sein.

Dass die musikalische Welt in ihm auch einen sehr eifrigen Kunstmäcen zu verehren hat, der nicht nur im eigenen Hause der Kunst eine würdige Pflegestätte bereitet hat (Blüthner'scher Saal), sondern auch seit Jahren schon das Risico des Concertinstitutes „Euterpe“ ganz allein trägt. Das gehört nicht hierher und dürfte auch ällgemein bekannt sein.

Commerzienrath Blüthner ist heute ein Mann in den besten Jahren. Gewiss hat die Welt von seiner Schaffenslust noch manche tüchtige That zu erwarten. Möge dem überaus thätigen Manne das Glück allezeit so hold sein, wie bisher. Moritz Vogel." Musikalisches Wochenblatt, 05/04/1878, p. 187

1887

BLÜTHNER'S FACTORY in 1887,
Leipzigs Großindustrie und Großhandel in ihrer Kulturbedeutung, 1887, p. 114

Die Königlich Sächsische Hof-Pianofortefabrik von Julius Blüthner.

"War es doch auch ein deutscher Meister, der vor etwa 150 Jahren aus dem alten Klavier, jenem einfachen, kastenartigen Gebilde, ein Instrument schuf, das für die Entwickelung der Musik von hoher reformatorischer Bedeutung werden sollte.

Wohl blicken wir heute auf diese Errungenschaft der damaligen Zeit, auf das einst vielbewunderte fortepiano, mit einer gewissen Geringschätzung, und wir vermögen es kaum zu fassen, wie es einem Mozart oder den anderen Meistern der Vergangenheit möglich war, auf einem solchen Instrument, dessen spiker, dünner Ton einer Modifikation völlig unfähig gewesen sein mußte, ihre Gedankenwelt zu verkörpern und durch ihr Spiel die Hörer zu begeistern.

Dennoch müssen wir aber dasselbe als den bedeutsamen Anfang zu der Schöpfung betrachten, die heute Gemeingut des ganzen Volkes geworden ist, durch welche die Musik, die Muttersprache der empfindenden Seele, wie der Dichter sie nennt, die gemeinsame Sprache der ganzen Menschheit wurde.

Denn während das alte, unscheinbare fortepiano, dem wir ja noch hin und wieder in historischen Kunstsammlungen begegnen, einst nur im Besitze von Berufsmusikern und der höheren gesellschaftlichen Kreise zu finden war, ist unser heutiges Pianoforte in allen seinen mannigfachen Abstufungen schon zu einem unentbehrlichen Gesellschafter des Hauses geworden.

Ueberall, aus dem Salon und aus der Tiefe des Souterrains, aus dem stolzen Palast und aus der bescheidenen Wohnung des Bürgers, ja selbst von dort, wo „nachbarlich wohnet der Mensch noch mit dem Acker zusammen", tönen uns seine Klänge entgegen und gemahnen uns, daß es hauptsächlich seinem gewaltigen Einfluß zu verdanken ist, daß die unsterblichen Werke unserer Tondichter Eingang in alle Herzen gefunden haben.

Welch eine weitumfassende Tonsprache steht aber auch dem Pianoforte unserer Zeit zu Gebote! Vermag es doch allen Empfindungen dieser Sprache beredten Ausdruck zu geben, der Wehmuth und dem Jubel, der Andacht und dem Frohsinn die herrlichsten Klangfarben zu verleihen, ja, durch die Macht seiner Tonfülle ein volles Orchester zu ersehen. Hat doch der Zauber seiner Sprache befruchtend auf die ganze Tonkunst gewirkt.

Unter denjenigen Männern, welche sich um die Entwickelung und Vervollkommnung des Pianofortebaues und daher um den fortschritt der Tonkunst die höchsten Verdienste erworben haben, nimmt Julius Blüthner in Leipzig unbestritten eine der hervorragendsten Stellen ein. Da er nicht nur dasjenige, was forschende Geister in diesem neu erstarkten Zweige der Mechanik erdachten, zur vollkommensten Anwendung zu bringen wußte, sondern der Welt auch reiche Früchte eigenen Denkens darbot, so muß er zu den bahnbrechenden Meistern seiner Kunst gezählt werden, so ist sein Name mit der neuesten Geschichte der Musik auf das Innigste verwachsen.

In Blüthner tritt uns wieder ein echtes Kind des Zeitgeistes entgegen, in der Geschichte seines Wirkens erkennen wir wieder die Bedeutung eines selbstgeschaffenen Glückes. Denn aus eigener Kraft hat er sich sein an Ehren und Erfolgen reiches Leben gezimmert; als ein kühner Träger des Selbstwillens vermag er mit Stolz auf seine großartige industrielle Schöpfung und auf seine Erzeugnisse zu blicken.

Dort, wo sich heute sein mächtiges Besitzthum mit den großartigen fabrikanlagen, den stattlichen Wohngebäuden, den weiten Hofräumen und dem in reicher Blumenzier prangenden Garten hinzieht, begann Meister Blüthner vor etwa dreißig Jahren in gemietheten kleinen Arbeitsräumen, von drei Gehilfen unterstützt, seine unscheinbare Thätigkeit als Instrumentenbauer.

Welche geniale Willenskraft und welch ein kräftiges Genie gehörten dazu, aus diesem Anfang zu einem solchen Ziele sich emporzuarbeiten! Wie hat der junge Meister emsig schaffen, wie hat er ringen müssen, um seinen Ideen den Lebensweg zu öffnen, um die Anerkennung der Welt zu erlangen, die gerade dem wirklichen Verdienst so oft versagt wird! Heute sind die Blüthnerschen Meisterwerke in allen Welttheilen zu finden und der fabrikbereich, in welchem sie erzeugt werden, gehört zu den bedeutendsten dieser Art auf der Erde.

Wenn wir in demselben die wechselreichen Bilder der Arbeit an uns vorüberziehen lassen, dann ist es uns, als ob ein Zauberspiegel uns das ganze Getriebe des großindustriellen Lebens enthülle. Denn wohin wir auch in diesem Labyrinth von Werkstätten die Schritte lenken, stets tritt uns ein anderes Bild schöpferischer Kraft entgegen, überall empfinden wir hier den Pulsschlag unserer großen Zeit des Dampfes und der Elektricität. Oft bemühen wir uns vergeblich, das Räthsel der in diesen oder jenen Räumen erzeugten Gebilde zu lösen, ihre Beziehungen zu dem Ganzen zu erfassen.

Dann tritt uns aber wieder der einheitliche Zweck, der dieses Alles bewegt und zusammenfügt, vor die Seele, und wir müssen mit Bewunderung erkennen, wie auch hier „eins in dem Anderen wirkt und lebt".

Schon eine Betrachtung des gewaltigen Holzlagers, das sich durch die weiten Hofräume des Etablissements dahinzieht, belehrt uns, was menschliche Thatkraft vermag, um die Rohstoffe der Natur in Erzeugnisse der Kunst bildsam umzuwandeln.

Denn jene riesigen Eichenstämme, die in uns den ganzen Zauber des deutschen Waldes wachrufen, jene regelrecht aufgestapelten und bereits bearbeiteten Fichten, Kiefern-, Rothbuchen- und Ahornhölzer, jene den brasilianischen Urwäldern entstammenden dunklen Jacaranda, oder hier die röthlichen Mahagoniplatten, sie sind vereint dazu bestimmt, einst dem Reiche der Töne zu dienen und ein Kunstwerk zu schaffen, das mit seinen die Seele bewegenden Klängen den Menschen „zur Geisterwürde aufraffen" soll.

Hier ruht noch das Auge mit Wohlgefallen auf dem gesunden Baumstamm dort hat sich bereits die Metamorphose vollzogen: aus dem rohen, ungekünstelten Naturprodukt ist das prunkende Gewand eines Concertflügels geworden. Doch welch ernstes Forschen über den Charakter des Holzes, über sein Verhalten zu den Schallwellen der Tonsprache mußte vorausgehen, ehe dieses Wunderwerk vollbracht werden konnte!

Und welcher langwierigen Vorbereitungen bedarf es, ehe das Holz zu seiner edlen Bestimmung die Reife erhält! Jahrelang muß es im Freien lagern und alle Unbilden der Witterung ertragen, dann längere Zeit in jenen Trockenhäusern bleiben, in welchen eine permanente Hitze von 40 Grad unterhalten wird. Erst wenn dieser Proceß vollendet ist, kann es als wetterfest gelten und ist es gestaltungsfähig geworden, erst dann gelangt es in des Bildners Hand.

Zu diesem Behuse wird es zuvörderst den Werkstätten der hier im großartigsten Maßstabe betriebenen Holzbearbeitung übergeben. Wir sehen, wie mittels einer gewaltigen Blocksäge die mächtigen Eichenstämme zu Brettern geschnitten werden und wie dort mittels anderer Schneidegeräthe den bereits bearbeiteten Brettern eine andere Form gegeben wird.

Wir sehen ferner, wie jene Maschine mit sausendem Getöne und mit der Schnelle des Gedankens die ausländischen Bretter zu feinen fournieren gestaltet, und wie dort diese feinen, edlen Platten mit den heimischen Hölzern fest zusammengeleimt werden. Die eigentliche künstlerische Bearbeitung erhält jedoch das Holz in jenen Werkräumen, welche die Kunsttischlerei umfassen.

Dort können wir beobachten, wie die kunstreich geformten Füße des Instruments und die plastischen Gebilde zu seiner sonstigen Ausschmückung, wie die formvollendete Lyra des Pedals und die reich geschnitzten Notenpulte entstehen.

Während wir in allen diesen Arbeitsstätten Hölzer der verschiedensten Gattungen bearbeiten sehen, entfaltet sich in jenem Raume, aus dem uns dröhnende Hammerschläge entgegentönen, das belebte Bild einer Schmiede- und Schlosserwerkstätte.

Hier wird dem für den Pianoforteban nöthigen Metall die entsprechende Form gegeben, also das Eisen gestaltet, das wir auf dem Resonanzboden des Instrumentes wahrnehmen und das theils zur stärkeren Befestigung der Saiten, theils auch der Klangfärbung dient.

Durch die geheimnißvolle Macht des elekrischen Stromes, der durch jene dynamo-elektrische Maschine erzeugt wird, erhalten dort die geschaffenen Eisenkörper ihr glänzendes Nickelgewand.

Die Stätte, in welche wir nunmehr eintreten, ist dem vielleicht wichtigsten Zweige des Instrumentenbaues geweiht, nämlich der Herstellung der Resonanzböden. Hängt doch von der richtigen Gestaltung dieser dünnen Fichtenholzplatten die eigentliche Tonfarbe ab, wird doch durch sie der Saitenklang erst zur vollen Entfaltung gebracht.

Beim flügel ist der Resonanzboden nur an der vorderen, dem Stimmstock zugekehrten Seite frei, damit den Hämmern der Durchgang zu den Saiten ermöglicht werde, beim Pianino ist er dagegen auf allen vier Seiten dem Ganzen fest angeschlossen.

Aus dem Holze des immergrünen Baumes wird in einem anderen Arbeitsraume auch die Klaviatur hergestellt. Wir sehen nämlich hier, wie auf eine Holzplatte von eigenartiger form Elfenbeinplättchen geleimt werden und dieselbe dann mit Hilfe eines maschinellen Apparates zu Tafeln geschnitten wird.

Indem wir weiter von Werkstätte zu Werkstätte schreiten, hier das Holz zu Deckeln, dort zu den Seitenwänden der Instrumente, hier zu Stimmstöcken bearbeiten sehen, und dort beobachten, wie mit Hilfe jener sinnreichen Maschine in einem Augenblick die Stimmwirbellöcher gebohrt werden, gelangen wir in diejenige Abtheilung der fabrik, in welcher die Kunst des Mechanikers schaffend waltet, um diejenigen Gebilde zu erzeugen, die den metallenen Saiten die Sprache geben sollen. Hier entstehen nämlich das Hammerwe und der Dämpfungsapparat.

Die Mechanik des ersteren muß so eingerichtet werden, daß der Hammer, wenn er beim Druck auf die Taste die Saite berührt hat, sofort wieder zurückspringen kann; sein längeres Verweilen würde eine Verwischung der Klangfarbe hervorrufen.

Hier sehen wir auch, wie der zur Bekleidung der einzelnen Theile dieses Mechanismus benutzte Filz gepreßt und mit den betreffenden Holzkörpern verbunden, wie die Belederung der Hämmer ausgeführt wird, und wie bei der Entstehung aller dieser Dinge die geschickte Hand und der prüfende Blick die Herrschaft führen müssen.

Das schnurrende Geräusch von Spindeln deutet uns an, daß wir uns nunmehr einer Spinnerei-Werkstätte nähern, und in der That treten wir in einen Raum ein, in dem sich unseren Blicken ein solches Schaffen eröffnet.

Wir sehen nämlich, wie Stahl und Kupferdraht von Gebinden abgehaspelt und zur Erzeugung derjenigen Saiten, welche die tiefen Töne hervorbringen sollen, innigst mit einander versponnen werden.

In jenen Arbeitssälen werden die hier gebildeten Saiten dem Instrumentenkörper, der in anderen Werkräumen zu einem solchen zusammengesetzt wird, einverleibt; hierdurch, sowie durch die jetzt erfolgende Einfügung der Mechanik erhält dieser Körper seine Seele.

Nun läßt ein Druck auf die Tasten die Saiten erklingen, und das Kunstwerk, das die Gedanken des Tondichters in sprühendes Leben umwandeln und den Menschen über die Wirklichkeit erheben soll, ist in seinen Grundzügen vollendet.

Jetzt beginnt das umfassende Werk der Politur und für diejenigen Instrumente, welchen eine längere Reise, besonders eine überseeische bevorsteht, die Arbeit des Lackirens.

Es spricht für den Weltruhm des Etablissements, daß wir gerade die letztere Manipulation an einer Fülle von Flügeln und Pianinos vollziehen sehen. Denn von der gewaltigen Zahl der Instrumente, die jährlich die Magazine Julius Blüthners verlassen, wird ein beträchtlicher Theil nach den fernen oceanischen Welten versandt, so daß die Kunstwerke dieses Leipziger Meisters wohl überall eine Heimstätte errungen haben.

Bevor wir die Räume betreten, in denen sich uns die fertigen Schöpfungen in ihrer vollen Schönheit zeigen, beobachten wir noch, mit welch mathematischer Genauigkeit dieselben gestimmt und wie sie fort und fort von Künstlerhänden geprüft werden, ob auch das Starke mit dem Zarten vereinet sich zu gutem Klang". Zur Rechten und zur Linken des Die Königlich Sächsische Hof-Pianofortefabrik von Julius Blüthner.

Hauptgebäudes an der Weststraße ziehen sich die Lagersäle der vollendeten Kunstwerke hin. Auf der einen Seite erblicken wir das Heim der flügel, auf der andern das der Pianinos in allen ihren Bauarten.

Obwohl fast jedem dieser Instrumente eine andere Klangsprache verliehen ist, da bei ihrer Schöpfung nicht nur ihre einstige Bestimmung, sondern auch der Ort ihrer Aufstellung berücksichtigt werden mußte, so tönt uns dennoch aus allen der gleiche Zauber eines harmonischen Gesanges entgegen.

Sowohl den Tönen des höchsten, als auch des tiefsten Registers haften noch die saubersten Klangfarben an, so daß ihres „Basses Grundgewalt" und ihre höchste Diskantstimme voll und edel zu uns sprechen.

Von besonders wundersamer Tonschönheit sind jene Flügel, die nach dem von Meister Blüthner erfundenen und gar bald weltberühmt gewordenen Aliquot-System erbaut sind. Bei diesen Kunstwerken ist es dem Meister gelungen, die harmonischen Obertöne durch Mitklingen von Saiten, welche jene noch enthalten, wesentlich zu verstärken und dadurch eine Einheit der Klangschönheit zu schaffen, wie sie bis dahin bei einem Pianoforte noch nicht erreicht worden.

Obgleich diese Flügel außer einem Mehr von 72 Saiten auch eine neue Dämpferkonstruktion, eine Erweiterung des Klaviaturraumes und eine andere Steglegung beanspruchen, so sind sie dennoch ohne irgend ein besonderes Vorstudium von dem Spieler leicht zu beherrschen, und auch höchst bequem zu stimmen.

Wir hatten Gelegenheit in dem stilvoll gebauten Concertsaale des Etablissements, in dem sich gar oft die Elite der Leipziger Kunstaristokratie vereinigt, um die Schöpfungen unserer Tondichter auf den Kunstwerken Blüthners von Meisterhand spielen zu hören, die berückende Klangschönheit eines solchen Aliquot-Flügels bewundern zu können.

Die zartesten Töne und das stürmischste fortissimo, alle Schattirungen der Tonfarben, die ganze Leiter der Klangsprache brachte dieses Instrument zu ergreifendem Ausdruck.

Zu dieser vollendeten Verkörperung seiner Ideen konnte Julius Blüthner, der als Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen von dem Könige von Sachsen zum Hoflieferanten und Kommerzienrath ernannt wurde und dessen Werke auf allen Ausstellungen, die sie zierten, die ersten Preise erhielten, nur dadurch gelangen, daß er dem Geiste unserer Zeit folgte, ihre Errungenschaften sich zu Nutzen und das Princip der Arbeitstheilung zu dem herrschenden in seinem Fabrikbereich machte.

Man durchwandere nur mit aufmerksamen Blicken die 150 Räume seines Etablissements, man verfolge nur die Schaffenskraft der hier thätigen Arbeiter und Maschinen, und man wird den Instrumentenbau bis in die kleinsten Theilchen gegliedert finden und doch immer den Geist herausfühlen, der dieses Alles zu einem harmonischen Ganzen vereint.

Diejenigen, die nur mit Mißmuth des fortgeschrittenen Geistes unseres Jahrhunderts gedenken, die da glauben, daß die wachsende Erkenntniß der Natur und die Eroberung ihrer Kräfte für den Dienst des Lebens den Idealismus aus der Seele gebannt hätten, werden in diesen Werkstätten eines Besseren belehrt werden.

Denn sie müssen hier erkennen, daß es einzig und allein dem von ihnen so geschmähten Zeitgeiste mit seinen wissenschaftlichen und industriellen Errungenschaften und Bestrebungen zu danken ist, daß hier Kunstwerke entstehen können, welche die tiefsten Saiten des Herzens zu bewegen und die Seele zu erheben vermögen." Leipzigs Großindustrie und Großhandel in ihrer Kulturbedeutung, 1887, p. 114-117

1893

"[...] Doch de voornaamste piano-fabriek vindt men tegenwoordig te Leipzig, die van BLÜTHNER, welke daarom eene eenigszins uitvoerige beschrijving verdient.

In het westelijke gedeelte van Leipzig, ter plaatse, waar de met villa's opgeluisterde Plagwitzerstraat en de Weststraat uitloopen, ligt BLÜTHNERS pianofabriek, aan welker producten op de groote tentoonstelling te Weenen de eerste prijs werd toegekend.

Zij beslaat 210000 vierk. voeten en bestaat uit vijf groote gebouwen, van welke één, dat de gedaante van een hoefijzer heeft, het grootste gedeelte der werkplaatsen bevat. Op het binnenplein ziet men ontelbare zware boomstammen en kolossale balken opgestapeld, die voor eene fabriek als die van BLÜTHNER onmisbaar zijn.

De houtstapel is eigenlijk de schatkamer van zulk een établissement, en, gelijk men vroeger de gegoedheid eener huisvrouw taxeerde naar de meerdere of mindere gevuldheid van hare linnenkast, mag men naar de hoeveelheid en de waarde der verschillende houtsoorten, die hier voorhanden zijn, tot den omvang der pianofabriek zelve besluiten.

De stukken hout van verschillende grootte en soort zijn in deze ruimte, die 20 000 vierk. voeten groot is, naar de jaren geordend en gerangschikt en voorzien van het jaartal van veiling. In het drooghuis is het onuitstaanbaar heet. Niet lang na de aankomst uit de Thüringsche of Poolsche bosschen, vanwaar de meeste boomstammen komen en waar zij doorgaans in den wintertijd geveld worden, valt hun beurtelings dit verblijf in het drooghuis ten deel. Eene hoofdzaak is, dat het hout te voren luchtdroog moet zijn.

Planken van denneen pijnboomen bezitten reeds na een enkel jaar in de open lucht te hebben gelegen den graad van droogte, die vereischt wordt om naar het drooghuis overgebracht te kunnen worden; eiken-, beuken- en ahornhout moet daarentegen 2 of 3 jaren liggen, vóór het de verdere bereiding kan ondergaan in het drooghuis, eene loods van 140 voet lengte en 30 voet breedte, waar eene temperatuur van 40 tot 50 graden Réaumur onderhouden wordt. Het machinegebouw is het hart van het geheele organisme.

Van de 380 werklieden, die de fabriek in dienst heeft, zijn natuurlijk slechts enkelen bij de machine zelve aangesteld, doch deze oefent door transmissie hare krachten in alle lokalen uit. De machine, 30 à 35 paardekracht sterk, is naar het stelsel van CoRLISS vervaardigd en heeft drie ketels. Zij brengt 41 andere machines en toestellen in beweging, die gezamenlijk het werk van 200 menschen verrichten. Er zijn 3 machines onder, die de snaren omspinnen.

De heer BLÜTHNER heeft er zich bijzonder op toegelegd, bij de vergrooting van zijn établissement den arbeid zooveel mogelijk door machinerieën te vereenvoudigen; iets, waarin hij uitmuntend is geslaagd. De groote schaafmachine dient o. a. om ruwe planken spiegelglad te maken. In 20 à 30 seconden is dit werk aan de beide zijden der planken verricht. In ontelbare vormen moeten de ruwe stukken hout hier verwerkt worden, voordat zij zoodanig bij elkander passen, dat er eene piano uit gemaakt kan worden.

De verschillende modellen voor de groote stukken zijn ten getale van omstreeks 200 voorhanden en staan gerangschikt langs den muur der zaal, waar de schaafmachine geplaatst is. Op hoeveel verschillende wijzen de hulpmachines gebezigd worden tot het vervaardigen van de stukken, die golvende lijnen hebben, als de pooten, de gebogen kanten enz., moet men zelf zien, want het laat zich niet beschrijven.

De werkkracht dezer machines is zoo groot, dat in BLÜTHNERS fabriek elken dag 1200 à 1250 instrumenten onderhanden kunnen zijn. In de smederij zijn 31 man werkzaam. De aanwending van ijzer bij de piano's is steeds toegenomen. Vooral in de laatste twintig jaren is gegoten ijzer er overvloedig bij aangebracht, totdat men op het denkbeeld kwam, ijzeren ramen uit één stuk te gieten.

Bij BLÜTHNER is daarmede eene eigene gieterij belast en in de lokalen bij de smederij en ook elders ziet men die metalen ramen in groote hoeveelheden opgestapeld. Met de afwerking dier ruwe ramen, ten einde ze voor de plaatsing in het instrument geschikt te maken, zijn vele handen bezig, die er de vereischte gaten in boren, de oneffenheden wegnemen enz. Deze werkplaats is eene der belangrijkste en uitgebreidste van de geheele fabriek.

Op de zes verdiepingen van het middelgebouw worden de grondstoffen zoover afgewerkt, dat zij gereed zijn om tot een compleet instrument in elkander gezet te kunnen worden.

Eene der redenen, waarom de fabriek zoo veel en zoo goed werkt, is, dat de verdeeling van den arbeid er zoo ver mogelijk is gedreven, zoodat een werkman, zich weken en soms zijn leven lang uitsluitend met het vervaardigen van één enkel onderdeel bezighoudende, daarin eene groote geoefendheid verkrijgt.

Voor het vervoer van de deelen der piano's naar de verschillende werkplaatsen bestaan hijschmachines, die door alle verdiepingen heen gaan en waarvan vier door stoom in beweging worden gebracht. Één daarvan voert uit de verkoopzalen naar de pakkamer en dientengevolge is eene piano binnen een uur, nadat de kooper zijne keuze gedaan heeft, behoorlijk ingepakt op weg naar het station.

In alle werkplaatsen, waar schrijnwerkers arbeiden, wordt de lijm door stoom gesmolten en voor het drogen van verschillende deelen der instrumenten zijn verwarmingskasten aangebracht, die van denzelfden warmtegraad zijn voorzien als het groote drooghuis voor het hout. Dit is vooral van groot belang in de zalen, waar de klankbodems vervaardigd worden.

Bij het samenlijmen der afzonderlijke stukken van het tot dit doel gekloofde, niet gezaagde hout is de grootste voorzichtigheid noodig; de vensters worden gesloten en vóór en na het lijmen gaat het hout in de verwarmde kast. Op deze werklieden wordt vooral vertrouwd; zij behooren tot de bedachtzaamsten en dragen de grootste verantwoordelijkheid.

Ieder hunner maakt zijne klankbodems van het eerste tot het laatste af en zou zijne eer er mede gemoeid achten, indien die ooit in een afgewerkt instrument sprong. Bijzondere machines omspinnen en spannen de snaren. Ook het politoeren der instrumenten geschiedt in bijzondere werkplaatsen. Het in elkander zetten van het mechaniek geschiedt in bijzondere zalen, waarna de instrumenten geheel in orde worden gemaakt door de afwerkers en pianostemmers, om eindelijk in de verkoopzalen over te gaan. De

ineenzetters en afwerkers behooren tot de meest ervaren werklieden en verdienen van f 1200 tot f 2100. Ieder ineenzetter ziet zijn instrument tweemaal na, waarbij hij het geheel uit elkander neemt.

Is het daarna nog door den meesterknecht geïnspecteerd, dan komt het in handen van den afwerker, die het weder herhaalde malen uit elkander neemt. Eerst dan is het gereed voor de laatste beproeving, welke in de verkoopzalen plaats heeft. De verkooplokaien bestaan uit negen groote en hooge zalen op de eerste verdieping, waar zich ook het kantoor, eene concertzaal en de magazijnen bevinden.

De magazijnen kunnen bij eene jaarmarkt in het klein vergeleken worden; men vindt er 20 of 30 soorten van laken in alle denkbare kleuren, vilt, scharnieren, schroeven, van de grootte eener mug tot 7 c. M. lengte, van eene middellijn van 2 millimeters tot 6 centimeters enz. In hulpmagazijnen liggen de fijne houtsoorten, als: mahonie-, noten-, palissander- en ebbenhout. In groote mate heeft de fabriek haren bloei te danken aan de algemeene directie van den eigenaar, den heer JULIUS BLÜTHNER. Zelf in dit vak opgegroeid, is hij op de hoogte van elke bijzonderheid en kan hij dus zijn werklieden op het juiste oogenblik den juisten raad geven.

Daarbij bezit hij in bijzondere mate de gaaf zijne inzichten aan anderen mede te deelen, zoodat zijne meesterknechts slechts eene opgave in zeer algemeene trekken noodig hebben om zijne bedoelingen naar eisch uit te voeren.

Van zulke meesterknechts telt de fabriek er 14, terwijl een broeder van BLÜTHNER als chef of inspecteur aan het hoofd staat. De meesterknechts moeten de werkzaamheden der onder hen gestelde arbeiders leiden en daarover regelmatig rapporten aan den chef doen, omdat het dezen, bij de tegenwoordige uitgebreidheid der fabriek, onmogelijk is, een volledig toezicht in alle lokalen te houden.

De fabriek, die 7 November 1853 opgericht werd, begon met 3 werklieden en vervaardigde in het eerste jaar 10 staartstukken. In 1866 werd reeds de 500ste piano afgeleverd; tegenwoordig levert de fabriek 1500 instrumenten in het jaar af.

De 3 werklieden waren 10 jaren na de oprichting der fabriek tot 40 gestegen, in 1866 tot 80, in 1871 waren er reeds 250 en tegenwoordig 380 (waarvan het 7/3 gedeelte gehuwd), die gezamenlijk / 306 000 arbeidsloon in het jaar verdienen." Het metrieke stelsel, de luchtballon, licht en geluid, hydraulische- en ..., 1893, p. 38-40

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